Dagmar Eger-Offel: Gibt es eine Moral für die Zukunft?

Out now!

Mein neues Buch zu den brisanten Fragen an eine Ethik, an eine Gesellschaftstheorie, an die  Moral: Ist die moralische Haltung, die wir zu diesen Fragen einnehmen überhaupt noch von Bedeutung?

Klappentext:

Ein Paradigmenwechsel ist gefordert, von der „Fridays for Future“-Bewegung eingeklagt, von der Politik mit Bauchweh eingeräumt, von der Wirtschaft nach den Gesetzen des Marktes weg interpretiert.
Was ist die Basis für all die verschiedenen Interessengruppen in einer Gesellschaft, auf der sie in ihren Argumentationen überhaupt erst zu einer fruchtbaren Auseinandersetzung kommen können? Vielleicht sollten wir uns darüber Gedanken machen, ob wir unsere Bedeutungszusammenhänge überdenken wollen, um zu veränderten Visionen für eine gestaltbare Zukunft zu kommen. Einige dieser Bedeutungszusammenhänge werden hier diskutiert auf der Basis psychologischer Entwicklungstheorien, ethischer Grundlagentheorien
und umweltethischer Schlussfolgerungen daraus. Die Idee, die hinter dem Aufbau des Buches steckt, liegt in der Entwicklung eines gesellschaftstheoretischen Bewertungsinstrumentes auf der Basis der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Wie würden unsere Rechte als WeltbürgerInnen lauten, wenn wir unter dem Paradigma der Fürsorge einen von unserer persönlichen Position ausgehend weiterführenden Blick auf die Lebenszusammenhänge
werfen? Weiterlesen „Dagmar Eger-Offel: Gibt es eine Moral für die Zukunft?“

Irvin D. Yalom: Und Nietzsche weinte

In neuem Zusammenhang einen alten Schatz entdeckt: „Und Nietzsche weinte“. Auch bei wiederholter Lektüre erneut ein sehr starkes Buch, eines, das so recht ordentlich an die Substanz geht.
Die fiktive Begegnung Otto Breuers – eines Arztes im Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts, der vor allem durch seine mit Freud zusammen verfassten „Schriften zur Hysterie“ Berühmtheit erlangte – mit dem Philosophen Friedrich Nietzsche ist ein grandioser Wurf. Nietzsche der Philosoph mit dem Hammer, der alles, was als autoritäre Vorstellung von Moral, Konvention, Verhältnismäßigkeit angesehen werden kann, kategorisch ablehnte, und sich auf einen verzweifelten Weg machte mit seinem „Zarathustra“, um selbst die eigenen Regeln aus freier Kraft zu modellieren, dieser Nietzsche ist im Jahr 1882, in dem der Roman spielt, bereits am Ende seiner Kräfte. Die Begegnung mit einer starken Frau, mit Lou Andreas Salomé, hat ihn in seinem Selbstbild so tief erschüttert, dass er seine Geister nicht mehr los wird. Weiterlesen „Irvin D. Yalom: Und Nietzsche weinte“

Jürgen Neffe: Marx – Der Unvollendete, Teil II

Teil II

Bei Jürgen Neffe fügen sich die Puzzleteile verschiedener Aspekte des Kapitals in der historischen Analyse und seiner Folgen zu Zeiten des Manchester Kapitalismus und ganz konkret bei der Familie Marx zusammen zu einer umfassenden Geschichte über Ökonomie, Zeithistorie, Familiendrama und Gesellschaft. Und mit Abstand betrachtet gibt die komplexe Zusammenstellung einen Blick frei auf zweihundert Jahre Entwicklung des Kapitalismus, mit dem Puzzleteile verschoben und zusammengesetzt, vorwärts und rückwärts betrachtet, am Ende Marx in seiner nie nachlassenden Aktualität noch einmal rezipiert werden muss.

Weiterlesen „Jürgen Neffe: Marx – Der Unvollendete, Teil II“

Jürgen Neffe: Marx – Der Unvollendete

 

„Was immer man aus Marx gemacht hat: Das Streben nach Freiheit, nach Befreiung der Menschen aus Knechtschaft und unwürdiger Abhängigkeit war Motiv seines Handelns.“ (Willy Brandt, 1977, Vorsatzblatt Jürgen Neffe)

Jürgen Neffe legt uns hier, pünktlich zum Marx- Jahr 2018, eine 600 Seiten Abhandlung vor, die so akribisch und detailgenau erarbeitet ist, dass man beinahe den Marx seiner mittleren Jahre, wie er um die Entstehung seiner großen Schriften ringt und in seinem Perfektionismus-anspruch recherchiert und recherchiert, vor sich sieht. Ist es eine Biographie, ist es eine politische Wirkungsgeschichte, ist es eine philosophische Analyse des Historischen Materialismus? Jürgen Neffe hat alles hineingepackt, um uns nichts vorzuenthalten. Es bedarf schon eines durchhaltenden Interesses, um die ganze Abhandlung zu inhalieren. Weiterlesen „Jürgen Neffe: Marx – Der Unvollendete“

Hannah Arendt: Vita Activa oder Vom tätigen Leben

In dem im Piper Verlag 1967 erschienenen Buch Vita Activa oder Vom tätigen Leben behandelt Hannah Arendt mit vorausschauender Perspektive die Entwicklung des Menschen in einer Gesellschaft von Arbeitstieren. Die Tätigkeiten des animal laborans haben wenig mehr mit ursprünglichem Tätigsein im Sinne von Handeln zu tun, sondern gleichen sich immer mehr Prozessabläufen an wie der Verfeinerung von Apparaten und Sinn und Zweck sind reduziert auf Selbsterhaltung.

Wie hat sich Philosophie verändert?

Die Philosophie begann bei Platon und Aristoteles mit Staunen und ist heute von einem Pragmatismus durchsetzt, der den Menschen allein als von seinen Interessen motiviert betrachtet. Gleichzeitig ist der Mensch der festen Maßstäbe jenseits der Herstellungsprozesse verlustig gegangen. Weiterlesen „Hannah Arendt: Vita Activa oder Vom tätigen Leben“

Theodor W. Adorno – Kohlhaas auf der Suche

Negative Dialektik:
Die Frage nach dem Sinn im Angesicht des Dritten Reichs.
Gibt es noch einen Sinn der Philosophie angesichts ihres Scheiterns?

Bekannt wurde Theodor Wiesengrund Adorno vor allem über seine mit Max Horkheimer gemeinsam verfasste Schrift: Dialektik der Aufklärung. Es gilt bis heute als wichtige philosophische Abhandlung zur Kritik an einem Vernunftbegriff, der den Menschen instrumentalisier.
In den 60er Jahren genoss vor allem die Fakultät für Soziologie in Frankfurt deutschlandweit einen Ruf, der junge Studenten anzog, die über die Kritik an den herrschenden Verhältnissen für ein emanzipatorisches Infragestellen der gesellschaftlichen Priorisierungen stehen. Vor allem die bis dahin fehlende Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen war ein vorrangiges Thema.

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Albert Camus

Der Mythos von Sisyphos, ein verzweifeltes Bild. Sollte man meinen. Sisyphos, der die Götter herausgefordert hat, wird dazu verurteilt, in der Unterwelt auf ewige Zeiten einen schweren Felsbrocken den Berg hinaufzurollen, nur um dann mitansehen zu müssen, wie er wieder hinabrollt.

„Sisyphos, der ohnmächtige und rebellische Prolet der Götter, kennt das ganze Ausmaß seiner unseligen Lage: über sie denkt er während des Abstiegs nach. Das Wissen, das seine eigentliche Qual bewirken sollte, vollendet gleichzeitig seinen Sieg. Es gibt kein Schicksal, das durch Verachtung nicht überwunden werden kann.“

„Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ (Albert Camus: Der Mythos von Sisyphos)

Nun, die eigentliche philosophische Herausforderung könnte in der Frage liegen: Hat das Absurde einen Sinn? Es ist und bleibt in der Welt, ob der Mensch aufgibt oder nicht. Soll er sich damit abfinden oder dagegen revoltieren?

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Jean Paul Sartre

Wie lebt man ohne Sinn?

Das, was die früheren Philosophen als „Sinn des Lebens“ bezeichneten, gründete sich, wie oben dargestellt von Platon bis Kant auf unterschiedliche vorgegebene Prämissen, anhand derer Ideale entwickelt wurden, die als Regulative einen abstrakten Sinn formulierten. Seit der Phänomenologie nach Husserl, auf der Heidegger aufbaut, ist die Philosophie in der Krise, in der Existenzkrise, und versucht nun, sich mehr auf die wahrnehmbaren Phänomene zu konzentrieren.

Bei Nietzsche hatten wir schon von der heraufziehenden Dekadenz in der Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verhältnisse gesprochen, die sich nun bei den Existenzialisten auswuchs zu einer Sinnentleerung, die mit Langeweile, Hoffnungslosigkeit und Angst einherging. Man hat den Eindruck, um dem ganzen Überdruss Herr zu werden, musste die Absurdität als neuer Platzhalter die Leere des Nichts auffüllen. Die Absurdität als Entgegensetzung zum Insuffizienzgefühl der Generationen zwischen und nach den Weltkriegen.

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Martin Heidegger

Sein und Zeit

Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr Nichts?

Die ganze bisherige Auffassung der Welt ist nach Heidegger eine von der Philosophiegeschichte einseitig geprägte. Seine tiefgläubigen Eltern wünschten seine Ausbildung am bischöflichen Seminar, wo er Theologie und Philosophie studierte. Im Ringen um den Glauben, im Zweifeln, entdeckt er auch für die Philosophiegeschichte, sie sei eine Verdeckung der wesentlichen Fragen.

Weiterlesen „Martin Heidegger“

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