Theodor W. Adorno – Kohlhaas auf der Suche

Negative Dialektik:
Die Frage nach dem Sinn im Angesicht des Dritten Reichs.
Gibt es noch einen Sinn der Philosophie angesichts ihres Scheiterns?

Bekannt wurde Theodor Wiesengrund Adorno vor allem über seine mit Max Horkheimer gemeinsam verfasste Schrift: Dialektik der Aufklärung. Es gilt bis heute als wichtige philosophische Abhandlung zur Kritik an einem Vernunftbegriff, der den Menschen instrumentalisier.
In den 60er Jahren genoss vor allem die Fakultät für Soziologie in Frankfurt deutschlandweit einen Ruf, der junge Studenten anzog, die über die Kritik an den herrschenden Verhältnissen für ein emanzipatorisches Infragestellen der gesellschaftlichen Priorisierungen stehen. Vor allem die bis dahin fehlende Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen Folgen war ein vorrangiges Thema.

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Rezension zu „Kohlhaas und der Sinn des Lebens“

Die erste öffentliche Rezension zu meinem Buch auf einem von mir sehr geschätzten Blog von Bernd Arnold:

„Philosophiegeschichte macht mich neugierig. Dagmar Eger-Offel überzeugt mit ihrer Geschichte der Philosophie in mehrerlei Hinsicht: eine Fülle an Primär-Literatur, die Leitfrage der Sinnsuche und die literarische Figur des Michael Kohlhaas auf der Suche nach dem Sinn.
(…) Und Michael Kohlhaas aus Heinrich von Kleists Novelle? Dagmar Eger-Offel lässt ihn von Autor zu Kapitel den unterschiedlichen Gedanken und Ideen begegnen, imaginiert Gespräche der Philosophen mit Kohlhaas und deutet seine Perspektiven – was sich spannend liest wie ein Krimi. Gerechtigkeits-Terrorismus ist fehl am Platz, Gerechtigkeit bleibt Idee und Ziel.

Hiermit sei das Buch empfohlen, und wer schnuppern will, findet im Blog der Autorin kapitelweise Videos zum Betrachten und Hören.“

Vielen Dank dafür!

Rezension in voller Länge auf transitnuremberg

Dagmar Eger-Offel, „Kohlhaas und der Sinn des Lebens. Wege der Philosophiegeschichte zur Suche nach dem Sinn“, Literatur im Fenster e. V., Isny im Allgäu 2017, ISBN: 978 – 3 – 00 – 057666 – 9

Reso Tscheischwili: Die himmelblauen Berge

Ein Stück absurde Literatur aus Georgien. Einige Jahre vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion ist diese Geschichte entstanden über einen Literaturverlag, besetzt mit Staatsbeamten, die selbst nicht so recht wissen, was eigentlich ihre Aufgabe ist. Sie sollen den Roman des Schriftstellers Sosso lesen und darüber entscheiden, ob er angenommen wird. Ein ganzes Jahr lang wird dieses Manuskript, in drei Exemplaren abgegeben, durch das Haus verteilt, überall werden zwischendurch ein paar Seiten gesehen, dann sind sie wieder spurlos verschwunden, bleiben in Schubladen liegen, werden im Taxi vergessen, landen mit anderen Papieren im schlammigen Hinterhof. Eine hektische Jagd nach den einzelnen verloren Seiten kaschiert die lähmende Unfähigkeit, sich überhaupt inhaltlich mit der Geschichte auseinanderszusetzen. Nach einem Jahr trifft sich der Mitarbeiterstab zu einer Versammlung. Diskutiert wird über den Titel: Tian Shan, Die himmelblauen Berge. Niemand hat es gelesen. Weiterlesen „Reso Tscheischwili: Die himmelblauen Berge“

Albert Camus

Der Mythos von Sisyphos, ein verzweifeltes Bild. Sollte man meinen. Sisyphos, der die Götter herausgefordert hat, wird dazu verurteilt, in der Unterwelt auf ewige Zeiten einen schweren Felsbrocken den Berg hinaufzurollen, nur um dann mitansehen zu müssen, wie er wieder hinabrollt.

„Sisyphos, der ohnmächtige und rebellische Prolet der Götter, kennt das ganze Ausmaß seiner unseligen Lage: über sie denkt er während des Abstiegs nach. Das Wissen, das seine eigentliche Qual bewirken sollte, vollendet gleichzeitig seinen Sieg. Es gibt kein Schicksal, das durch Verachtung nicht überwunden werden kann.“

„Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ (Albert Camus: Der Mythos von Sisyphos)

Nun, die eigentliche philosophische Herausforderung könnte in der Frage liegen: Hat das Absurde einen Sinn? Es ist und bleibt in der Welt, ob der Mensch aufgibt oder nicht. Soll er sich damit abfinden oder dagegen revoltieren?

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Jean Paul Sartre

Wie lebt man ohne Sinn?

Das, was die früheren Philosophen als „Sinn des Lebens“ bezeichneten, gründete sich, wie oben dargestellt von Platon bis Kant auf unterschiedliche vorgegebene Prämissen, anhand derer Ideale entwickelt wurden, die als Regulative einen abstrakten Sinn formulierten. Seit der Phänomenologie nach Husserl, auf der Heidegger aufbaut, ist die Philosophie in der Krise, in der Existenzkrise, und versucht nun, sich mehr auf die wahrnehmbaren Phänomene zu konzentrieren.

Bei Nietzsche hatten wir schon von der heraufziehenden Dekadenz in der Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verhältnisse gesprochen, die sich nun bei den Existenzialisten auswuchs zu einer Sinnentleerung, die mit Langeweile, Hoffnungslosigkeit und Angst einherging. Man hat den Eindruck, um dem ganzen Überdruss Herr zu werden, musste die Absurdität als neuer Platzhalter die Leere des Nichts auffüllen. Die Absurdität als Entgegensetzung zum Insuffizienzgefühl der Generationen zwischen und nach den Weltkriegen.

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Arthur Schnitzler: Fräulein Else

Manch’ intelligenente LiteraturkritikerIn würde Arthur Schnitzler als zu einem obsoleten Literaturkanon angehörigen Repräsentanten bezeichnen und aus der als lesenswert zu würdigenden Literatur ausschließen. Es braucht schon ein gewisses literaturhistorisches Interesse, sich mit diesen bildungsbürgerlich orientierten Inhalten auseinanderzusetzen. Bei der Lektüre wird er dann aber doch zu einem zeitlosen Roman, der nicht umsonst seinen Platz im Kanon verteidigt.

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Martin Heidegger

Sein und Zeit

Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr Nichts?

Die ganze bisherige Auffassung der Welt ist nach Heidegger eine von der Philosophiegeschichte einseitig geprägte. Seine tiefgläubigen Eltern wünschten seine Ausbildung am bischöflichen Seminar, wo er Theologie und Philosophie studierte. Im Ringen um den Glauben, im Zweifeln, entdeckt er auch für die Philosophiegeschichte, sie sei eine Verdeckung der wesentlichen Fragen.

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Programm Sommersemester 2018

Im März beginnt das Sommersemester unseres Kursprogramms.
Literatur im Fenster bietet einen Raum zum Nachdenken und Diskutieren. Wir lassen uns von aktuellen Themen herausfordern. Genauso gerne gehen wir uralten Fragen nach, die jede Gesellschaft aufs neue beantworten muss. In unserem Verständnis von Allgemeinbildung haben wir uns von der Frauen- und Männerakademie der Ulmer Volkshochschule anregen lassen. Unser regelmäßi-ges Kursangebot umfasst die folgenden Fachbereiche:

POLITIK – LITERATUR – PHILOSOPHIE – GESCHICHTE – PSYCHOLOGIE

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Kohlhaas auf der Suche nach dem Sinn bei Friedrich Nietzsche

Was unterscheidet das Denken Nietzsches von seinen Vorgängern?
Schon Kant und Schopenhauer haben die Erkenntnisfähigkeit relativiert, Nietzsche treibt dies nun radikal weiter. Er formuliert einen neuen Anspruch an den Menschen seiner Gegenwart: der Mensch ist nicht nur verantwortlich, er muss auch sein Bezugssystem selbst herstellen, nachdem er alles in Frage gestellt hat.

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