Markus Gabriel: Warum es die Welt nicht gibt

Der Neoexistenzialismus beschäftigt sich mit den alten Fragen der Existenz. Was gibt es, was gibt es nicht. Was ist das Universum, was ist die Welt? Man versteht an dieser Stelle, warum zum Grundstudium der Philosophie zuerst einmal die Logik dazugehört. Sehr anschaulich wird der/die LeserIn hier eingeführt in die Konstruktion und Rekonstruktion von Begriffen, die für uns die Welt bedeuten.

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Konstantin Wecker: Auf der Suche nach dem Wunderbaren

Poesie ist Widerstand

Konstantin Wecker macht ein Kaleidoskop auf mit der Poesie als Wunderwaffe gegen eine eintönige Welt, gegen eine den Menschen vernutzende Gesellschaftsform, gegen Schranken und Grenzen, die durch Konventionen gezogen sind. Ein kleines Büchlein mit Texten und Liedern, die sich auflehnen gegen Ideologien, dogmatische Weltsichten. Gestaltet als Konzertprogramm ist es ein „anarchischer Psalm“ mit viel Liebe ans Leben geschrieben.

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Dostojewski: Die Brüder Karamasow

Fjodor Michailowitsch Dostojewski, 1821- 1881, Moskau, zählt zu den größten Schriftstellern des 19. Jahrhunderts. Er entstammte einer wohlhabenden gutbürgerlichen Familie, war mit 18 Jahren bereits Waise und begann mit 23 Jahren zu schreiben, doch erst die letzten zehn Jahre seines Lebens genoß er stabile Verhältnisse und Anerkennung.
Einer seiner großen Romane, „Die Brüder Karamasow“, wurde von Sigmund Freud beschrieben als >>großartigsten Roman, der je geschrieben wurde<<. 1200 klein geschriebene Seiten, über drei Brüder, eine Gesellschaft um 1870 in Russland, die äußeren und die inneren Bewegungen und Erschütterungen. Den äußeren Rahmen bilden Familienzwist unter Halbbrüdern, Erbstreitigkeiten, ein Gerichtsdrama und ein Justizirrtum. Dabei führen „Die Brüder Karamasow“ auf eine sehr besondere Art in die Irren und Wirren der menschlichen Psyche ein.

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Karl Ove Knausgard: Im Frühling

Das Buch liegt schon einige Tage gelesen auf dem Tisch. Immer noch versuche ich ihm näher zu kommen. Mein Einstieg in den Knausgard mit dem für Einsteiger empfohlenen, nun als Taschenbuch herausgekommenen kleinen Band „Frühling“, in dem er die Zeit der Geburt und die ersten Monate seiner jüngsten Tochter retrospektiv beschreibt, während seine Frau an einer schweren Depression leidet und immer wieder in der Klinik stationär behandelt werden muss, geht über das Buch hinaus. Die Erzählung ist eingepackt in einen einzigen erlebten Tag zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang.

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Anne Weber: Annette, ein Heldinnenepos

Ein plakativer Titel, eine ungewöhnliche Form, ein revolutionäres Leben, das alles ergibt eine epische Erzählung über eine Revolutionärin, die mit humanistischem Anspruch immer an eine Entwicklung zum Besseren glaubt und dafür ihr eigenes, persönliches Glück hinten an stellt.
Die klassischen Helden-Epen von Homer, die Illias, die Odyssee, stehen beispielhaft für ein Epos. Endlich gibt es eine Heldin, für die ein Epos geschrieben wurde. Wobei das heute nicht mehr in der klassischen Versform funktionieren kann. Eine Mischform aus dem antiken Verständnis eines Epos als Versschöpfung und dem modernen Verständnis von Epos als Erzählung ergibt eine verschränkte Textform mit vielen zäsierenden Zeilenumbrüchen, aber ohne Versmaß und Reim. Es liest sich flüssig, aber Betonungen können anders gesetzt werden durch diese Form, das ist wohl der Sinn des Ganzen.

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Jonas Jonasson: Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte

Mit dem Humor ist das so eine Sache. Er ist wichtig und tut gut, zwischendurch. Es macht Spaß, 400 Seiten so (fast) am Stück wegzulesen und sich dabei (meist) zu amüsieren. Aber Humor wandelt eben auch scharf auf der Kante.
Jonas Jonassons Buch ist aberwitzig, mit unglaublichen Einfällen gespickt und einer bewundernswert spannenden Story. Aber die Figuren hat man doch ganz schnell wieder vergessen. Sie sind nach Stereotypen gezeichnet und glänzend nicht gerade durch menschliche Vielschichtigkeit.

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Ulrike Guérot: Nichts wird so bleiben, wie es war? Europa nach der Krise – eine Zeitreise

Ulrike Guérot, Politikwissenschaftlerin, u.a. Professorin für Europapolitik und Demokratieforschung, ist in den letzten Jahren viel zu sehen und zu hören zum Thema Europa. Viele anregende Gedanken aus ihrem Buch von 2017 „Warum Europa eine Republik werden muss“ werfen ein ganz erhellendes Licht auf weitgehend von der Öffentlichkeit unbemerkt ablaufende Entwicklungen und auch auf Defizite. Vor allem die fehlende gemeinsame Fiskal- und Sozialpolitik, die fehlende Bereitschaft, einen Schritt weiter zu gehen, gerade auch in der Krise, ist auch Thema ihres neuesten Buches „Nichts wird so bleiben, wie es war?“
2020 haben wir innerhalb Europas Grenzschließungen erlebt und auch 2021 beginnt das Jahr mit Einreisebeschränkungen und Kontrollen innerhalb Europas. Der utopische Entwurf für das historische Europa zur Gründungszeit der EU orientierte sich an dem Aufruf „Nie wieder Krieg“.
Für Ulrike Guérot als Gründerin des European Democracy Lab stellt sich die Frage, ob es heute nicht lauten könnte „Nie wieder geschlossene Grenzen?“

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Paolo Cognetti: Gehen, ohne je den Gipfel zu besteigen

Aus dem Italienischen von Christiane Burkhardt

Paolo Cognetti, bekanntgeworden mit seinem prämierten Buch „Acht Berge“, das von den sich widerstreitenden Ansprüchen ans Leben erzählt, dort, im Bergdorf am Monte Rosa Massiv, hat eine feine, unaufdringliche Sprache gefunden für die dringlichen Fragen an des Menschen Verhältnis zur Natur. Auf dieser neuen Reise, auf die er uns mitnimmt, ist es ein anderes Buch von einem anderen Autor, das ihn begleitet und vielleicht sogar zu gerade dieser Reise angeregt hat. Peter Matthiessens „Auf der Spur des Schneeleoparden“ ist dem autobiographisch erzählenden Bergsteiger Inspiration und Begleitung auf seiner Wanderung im Dolpo, der entlegensten Region Nepals an der tibetischen Grenze ist. Zwei seiner besten Freunde sind mit in der Reisegruppe, später gesellt sich unterwegs ein Hund als Gefährte dazu. Über Höhen und Täler, bis auf über 5500 Meter, durch fremde Dörfer und Landschaften führt die Tour, ohne je einen Gipfel zum Zielpunkt zu haben.

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Maja Lunde: Als die Welt stehen blieb

Schon ist ein ganzes Jahr vergangen, seit wir Neulinge waren im Umgang mit unseren Ängsten und Sorgen, bezogen auf die Pandemie und die Zukunft. Ein Jahr später werden wir – nicht alle, aber viele – immer noch gebeutelt vom emotionalen Hin- und Hergeworfensein zwischen Verzweiflung, Mut, und Hoffnung, und beobachten viele Veränderungen, für die wir noch keinen Namen haben. Maja Lunde schreibt über die Tage des ersten Lockdowns. Es sind nur gute zwei Wochen, die sie beschreibt auf die ihr eigene Art, in der sie direkten Zugang zu ihren Emotionen gewährt.
Es ist die Verletzlichkeit, die persönliche und die kollektive, die durch dieses Tagebuch noch einmal aufscheint aus einer Vergangenheit, die noch andauert und in der sich neue Verhaltensweisen festgesetzt haben.

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Clarice Lispector: Tagtraum und Trunkenheit einer jungen Frau.

Eine bedeutende Autorin des 20. Jahrhunderts bekommt über vierzig Jahre nach ihrem Tod zwei neue Bände mit Erzählungen im Penguin Verlag. Clarice Lispector, 1920 in der damaligen Ukrainischen Sowjetrepublik geboren, aufgrund wiederkehrender Juden-Pogrome mit ihren Eltern emigriert nach Brasilien, war bereits mit 23 Jahren eine erfolgreiche Romanautorin. Nun, zu ihrem 100sten Geburtstag erschienen zwei Bände mit Erzählungen.

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