Markus Gabriel: Warum es die Welt nicht gibt

Der Neoexistenzialismus beschäftigt sich mit den alten Fragen der Existenz. Was gibt es, was gibt es nicht. Was ist das Universum, was ist die Welt? Man versteht an dieser Stelle, warum zum Grundstudium der Philosophie zuerst einmal die Logik dazugehört. Sehr anschaulich wird der/die LeserIn hier eingeführt in die Konstruktion und Rekonstruktion von Begriffen, die für uns die Welt bedeuten.

>>Die Welt ist alles, was der Fall ist.<< In Markus Gabriels Weltbild hat alles eine Form von Existenz, alles kann existieren, nur die Welt selbst nicht. Die Welt als das große Ganze kann nicht von innerhalb der Welt gedacht werden. Im Verlauf seiner Gedankenentwicklung kritisiert er nicht nur ein rein naturwissenschaftliches Weltbild, sondern alle Arten von Weltbildern, die versuchen, die Gesamtheit der Erscheinungen in einen Begriff zu integrieren. Wenn man diesen Integrationszwang aufgibt, entstehen neue, erweiterte Perspektiven, es bestünde theoretisch auch die Möglichkeit eines Mysteriums. Er bezieht sich auf Kunst und Religion und erschließt uns wiederum eine neue Option: die Sinnfelder.

Ein Sinnfeld „…überwindet den Integrationszwang, der darin besteht, dass wir voraussetzen, es gebe eine einzige begriffliche Ordnung, der sich alles fügen muss, was existiert.“

S.235

Daraus entsteht ein Reigen von Sinnbildern, die unser Leben reich machen. Alles existiert, nur in verschiedenen Feldern. Jeder Mensch hat Zugang zu vielen verschiedenen Bereichen, in denen er sich seine Welt und seinen Sinn konstruieren kann.


„Die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens liegt im Sinn selbst. Dass es unendlich viel Sinn gibt, den wir erkennen und verändern können, ist schon der Sinn.“ S.255

S.255

Ein Buch, das immens viele Anregungen gibt für Diskussionen, das zu Widersprüchen reizt und das über seine Impulse die Welt noch größer werden lässt.

Markus Gabriel: Warum es die Welt nicht gibt. Ullstein Taschenbuch, Berlin 2015

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