Marjana Gaponenko: Wer ist Martha?

Marjana Gaponenko: Wer ist Martha? Suhrkamp Verlag Berlin, 2012
Eine feine Geschichte über den Abschied vom Leben

Die 1981 in Odessa (Ukraine) geborene junge Autorin schreibt seit ihrem 16. Lebensjahr in deutscher Sprache, ist Preisträgerin des Chamisso-Preises und hat mit „Wer ist Martha“ ein bezauberndes, ein bestrickendes und ein humorvoll groteskes Buch vorgelegt. In einem Interview sagt sie von sich selbst, sie schreibe, weil sie die Zusammenhänge interessieren, von Herzen, die Geschichten ergreifen von ihr Besitz und entwickeln sich wie von selbst. „Marjana Gaponenko: Wer ist Martha?“ weiterlesen

Universität im 21. Jahrhundert

Ist es überhaupt noch sinnvoll ein Buch zu schreiben über die erarbeiteten Forschungsergebnisse? Diese Frage stellt sich jungen angehenden Wissenschaftlern zunehmend, denn es ist ja alles da, man muss nur wissen wo und wie man es findet. Wissensaneignung ist zunehmend an Wissensmanagement, vor allem digitales Know How, gekoppelt. Yehuda Elkana und Hannes Klöpper beschreiben in ihrem Buch (ein Buch!) Die Universität im 21. Jahrhundert, Hamburg 2012:

Wissensarbeit im Zeitalter digitaler Vernetzung – Ein Beispiel „Universität im 21. Jahrhundert“ weiterlesen

“Women edit”: Wikimedia lädt Frauen zum Mitmachen ein!

“Women edit”: Wikimedia lädt Frauen zum Mitmachen ein!

Veröffentlicht von am Dienstag, 27. August 2013, 12:48 Uhr

„Das Pilotprojekt „Women edit“ ist ein Angebot für Frauen, sich aktiv an den Wikimedia-Projekten zu beteiligen. Ob Wikipedia, Wikimedia-Commons oder Wikivoyage – die Möglichkeiten mitzumachen sind ganz unterschiedlich: Artikel schreiben, Bilder hochladen, Reiseinformationen aktualisieren oder mit den Communities diskutieren.

In mehreren deutschen Städten sollen offene Netzwerktreffen, Editier-Partys und Edit-a-thons mit Unterstützung von Wikimedia organisiert werden. Zur Gestaltung und Unterstützung dieser Veranstaltungen suchen wir engagierte „Wikiwomen”, die als Ansprechpartnerinnen in der Stadt oder Gemeinde dazu beitragen, lokale Netzwerke aufzubauen und zu begleiten.

Ob im kleinen oder großen Kreis, ob einmalig oder regelmäßig: Jede Initiative ist willkommen!  Wir sind  gespannt auf Ideen und haben schon ein paar gesammelt…“

Mehr Infos über obigen Link!

Wikimedia und freie Bildungsprogramme

„Die Wikimedia Foundation

Die Wikimedia Foundation, in erster Linie als die Betreiberin der Online-Enzyklopädie Wikipedia bekannt, fördert mehrere Schwesterprojekte, in denen kollaborativ an Freiem Wissen gearbeitet und damit auch OER thematisiert wird. Wikimedia Deutschland e.V, deutsches Chapter der Wikimedia Foundation, strebte dem Vernehmen nach an, ein Pilotprojekt aufzubauen, dessen Ziel die Veröffentlichung eines Schulbuches auf Basis der CC-Lizenzen sein sollte. Erste Gespräche mit Verlagen fanden statt, konkrete Ergebnisse oder die Bereitschaft deutscher Verlage zur Herausgabe von OER-Schulbüchern sind jedoch derzeit nicht erkennbar. Sämtliche Aktivitäten des Vereins haben die Förderung und Unterstützung Freier Inhalte zum Ziel. Darunter u.a. verschiedene Bildungsprogramme zu Wikipedia.“

aus Open Educational Resources (OER) für Schulen in Deutschland Whitepaper zu Grundlagen, Akteuren und Entwicklungsstand im März 2012
Mirjam Bretschneider, Jöran Muuß-Merholz und Felix Schaumburg im Auftrag des Internet & Gesellschaft Co:llaboratory Kurz-URL dieses Dokuments: http://goo.gl/14Ikv

Eines der anderen Projekte der Wikimedia, die dem Open Source Anspruch folgen, ist die Wikiversity:

https://de.wikiversity.org/wiki/Hauptseite

Wikiversity-banner

Open Educational Resources

Lernen, Lehren, Forschen ist nicht mehr denkbar ohne Open Educational Resources. Von Wikipedia bis Massive Open Online Courses und vielem dazwischen nutzen wir, oft auch ohne uns dessen bewusst zu sein, Materialien, die Menschen zur freien Nutzung zur Vefügung stellen. Was das heißt, warum dies den größten Fortschritt im Sinne von „gleichen Bildungsschancen für alle“ bedeutet und wie diese Offenen Digitale Bildungsressourcen finanziert werden, wird in den nächsten Wochen an dieser Stelle vorgestellt.

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Die UNESCO hat 2012, bezugnehmend auf die Menschenrechtserklärung und das Recht auf Bildung den Staaten empfohlen, die Verbreitung von OERs zu fördern:

Gekürzte Fassung (vollständige Formulierung unter: unesco.org):

a. Die Bekanntheit und Nutzung von OER fördern…
b. Günstige Rahmenbedingungen für den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien schaffen…
c. Die Entwicklung von OER-Strategien und Regelungen verstärken…
d. Das Verständnis und die Nutzung offener Lizenzen fördern…
e. Den Kapazitätsaufbau für die nachhaltige Entwicklung hochwertiger Lernmaterialien unterstützen…
f. Strategische Allianzen zugunsten OER fördern…
g. Die Entwicklung und Bearbeitung von OER in einer Vielzahl an Sprachen und kulturellen Kontexten anregen…
h. Forschung zu OER anregen…
i. Das Auffinden, Abrufen und Verbreiten von OER erleichtern…
j. Offene Lizenzen für öffentlich finanzierte Bildungsmaterialien fördern…

Übersetzung der Deutschen UNESCO-Kommission

Die Welt der Zahlen

Lässt sich die Welt in Zahlen fassen? Der „Human Poverty Index“ der Vereinten Nationen, mittlerweile der „Multidimensional Poverty Index“ genannt, oder der „Human Development Index“, alles Tabellen, die Aussagen machen über den Zustand der Welt, in der einzigen Sprache, die international kommunizierbar ist: Zahlen.

Angeblich sind Zahlen neutral. Im Vergleich zu den Pythagoreern haben wir die Zahlen von ihren Eigenschaften befreit. Der Glaube an ihre Verlässlichkeit beruht auf ihrer Neutralität. Daraus speist sich auch die Überzeugung, dass die Welt der Logik der Zahlen folgen kann. Aus dieser Neutralität folgt offentsichtlich keine Handlungsaufforderung. Muss man den Zahlen wieder Eigenschaften anhängen, damit sie Wirkung zeigen?

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geisteswissenschaften/die-welt-in-zahlen-verfuehrerische-indikatoren-12670499.html

Zur ARD Themenwoche „Glück“

Kann man über „Glück“ philosophisch spekulieren, ohne politisch zu denken? Wohl kaum. Nicht nur im Sinne der Rückbindung an das gesellschaftliche Dasein, auch in allen Fragen möglicher Alternativen, denn das größte Unglück besteht in der politisch formulierten Alternativlosigkeit. Eine Alternative, um Glücksempfinden und Wohlstand anders zu bemessen, als über das Bruttosozialprodukt:

http://de.wikipedia.org/wiki/Human_Development_Index

Viktor Pelewin: Tolstois Albtraum

Ein phantastischer Roman über das Wechselspiel Dichtung – Leben – Gedankenkonstruktion.

In gewisser Anlehnung an Filme wie „Matrix“ oder „Die Truman Show“ ist der Kern der Frag: Woher kann jemand sicher wissen, dass er tatsächlich existiert? Ist er selbst vielleicht nur eine Erfindung von jemand anderem? Und wenn ja, von wem und wie kann, wenn alle Erfindungen von jemandem sind, so etwas wie ein Rest Freiheit erlangt werden?

Die Geschichte dreht sich um eine Figur, den Grafen T., der vermutlich, weil Tolstoi ein Schriftsteller war und sich als solcher anmaßte, Figuren zu erfinden, zur Strafe dieser Hybris nun als Verkörperung von Tolstoi selbst als Romanfigur auftaucht.

Was die Geschichte interessant macht: Die Figur will leben, ringt um Selbstermächtigung und führt dazu verschiedene Experimente aus. An einer fortgeschrittenen Stelle gelingt es dem Helden gar, seinen Erzähler zu vernichten. Wobei allerdings klar wird, dass auch dieser Erzähler nur eine erzählte Figur ist.

Die Romanfigur Graf T. wird vom Verlag, der die Erzählung in Auftrag gibt, nach Optina Puschtyn geschickt. Die Idee: Der exkommunizierte Tolstoi sollte nun als Graf T. in den Schoß der Kirche zurückkehren, weil sich so für den Verlag mit Namen Jasnaja Poljana ein neues Geschäft mit dem alten Tolstoi machen lässt. Die Romanfigur soll allmählich die historische Geschichte überlagern.

Doch dann kommt es zu einem Konzeptwechsel: Die Finanziers des Romans beschließen, lieber ein Computerspiel daraus zu machen, gestalten turbulente Känpfe auf mehreren Spielebenen, und kehren dann doch wieder zum Romangedanken zurück. Hier klingt durchaus politisch-wirtschaftliche Kritik durch, vor allem wenn Marktforscher behaupten, den Leser in die Erzählung einzubinden, sei für die Masse (und damit für die Wirtschaftlichkeit) uninteressant.

Genau dies tut aber Pelewin mit seinem Roman und auch für den Leser stellt sich wieder einmal die Frage: To be or not to be, that ist the question.

Die Romanfigur wird zum Leser in ihrer Welt, der Erzähler im Roman ist Gestalter und er wird gelesen. Wenn auch der Erzähler erfunden ist, wer ist dann der wirkliche Autor?

Jeder Leser ist der Schöpfer seiner Welt, auch wenn es ihm unbehaglich sein mag. “Wenn ich der Schöpfer des Albtraums bin, warum habe ich solche Angst dabei?“ S.397

Am Ende hat Tolstoi geträumt, er schreibe einen Roman.

Oder ist da noch mehr?

Die Ironie liegt im changierenden Wechsel zwischen Beweisen und Widerlegungen der Welt als existierender Welt. Eine vergnügliche Leseherausforderung.

http://www.randomhouse.de/Buch/Tolstois-Albtraum-Roman/Viktor-Pelewin/e364597.rhd

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