Peter Richter: 89/90

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Roman Luchterhand, München 2015,
Shortlist Buchpreis 2015

Ein Wenderoman, ja, wie viele Wenderomane haben wir schon gelesen? Aber so einen noch nicht. Anscheinend ist die Perspektive eines Jugendlichen für die Erzählung unverfälschter Gefühle jetzt gerade eine beliebte Perspektive erfolgreicher Literaten. Wenn uns Frank Witzel, Träger des Buchpreises 2015 mit den Erfindungen und Innenansichten eines manisch-depressiven Teenagers erfolgreich beanspruchen kann, warum nicht auch Peter Richter mit einem Roman über einen 16/17 jährigen, der inmitten seines subjektiven Gefühlschaos die Wende als etwas Aufregendes erlebt und daran Spaß hat, die deutsche Einheit aber keinesfalls will. „Peter Richter: 89/90“ weiterlesen

Amos Oz: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis

Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 2004. Hebräische Originalausgabe: Keter Verlag, Jerusalem, 2002.
Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama.

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Auf den Filmfestspielen in Cannes 2015 stellte Natalie Portman ihren ersten Film als Regisseurin vor, „A Tale of Love and Darkness“, nach dem Roman von Amos Oz, in dem sie auch die Hauptrolle spielt. Nun kommt diese autobiographisch erzählte Familiengeschichte als Kinofilm auf die Leinwand. „Amos Oz: Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“ weiterlesen

Frank Witzel: Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

Frank Witzel hat mit seinem Titel „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manischen depressiven Teenager im Sommer 1969“, MSB Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mbH, Berlin 2015, den Deutschen Buchpreis 2015 erhalten!

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Frank_Witzel entfaltet auf 800 Seiten eine Geschichte, die als Erzählung auf verschiedenen Zeitebenen die Wahrnehmung eines Jugendlichen und Erwachsenen in verschiedenen Lebensphasen reflektiert. Mit großer Detailgenauigkeit werden die späten 60er und frühen 70er lebendig, der Geschmack von Brause auf der Zunge, die Musik der Beatles und der Stones, die Kämpfe mit den Eltern um jeden Zentimeter Haarlänge. Der Titel entspricht dem Aufbau des Romans: es wird etwas ausgesagt, das sich im selben Atemzug selbst widerlegt. „Frank Witzel: Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ weiterlesen

„Welt“- Literaturpreis: Haruki Murakami „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki „.

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Dumont, Köln 2014.

Wieder einmal wird in den Rezensionen häufig der Begriff „Magischer Realismus“ bemüht, um eine Besonderheit des Erzählens mit wenigen Worten zu erklären. Was ist es, das Haruki Murakami zu diesem besonderen Erzähler macht, dass die Welt von ihm fasziniert ist? „„Welt“- Literaturpreis: Haruki Murakami „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki „.“ weiterlesen

Lutz Seiler: Kruso – Eine andere Chronik der Wende

Lutz Seiler: Kruso – Eine andere Chronik der Wende
Suhrkamp Verlag Berlin, 2014.

Deutscher Buchpreis 2014

Hiddensee, eine Insel „außerhalb der Zeit“. Nach einer persönlichen Tragödie sucht der junge Germanistikstudent Ed Zuflucht im „Klausner“, einer Gaststätte an der Steilküste, die als letzte Bastion einer idealisierten Freiheit innerhalb des Sozialismus gilt.

„Lutz Seiler: Kruso – Eine andere Chronik der Wende“ weiterlesen

Patrick Modiano: Im Café der verlorenen Jugend

Übersetzung von Elisabeth Edl.
Deutscher Taschenbuch Verlag, 5. Auflage, München 2014, franz. Originalausgabe 2007

Modiano ist ein Erzähler. Von der ersten Seite an gelingt es ihm, eine Illusion zu schaffen, die den Leser einfängt. Ohne große Schnörkel, ohne exaltierte Kunstfertigkeit kommt der Roman damit aus, vier verschiedene Perspektiven zu zeichnen, vier verschiedene Blickwinkel auf das Leben anzubieten und damit eine Person zu umkreisen, die, obwohl in einer Passage aus der Innenperspektive beschrieben, doch vage und schemenhaft bleibt. Es entsteht viel mehr eine Stimmung, die gespannt macht und gefangen nimmt. „Patrick Modiano: Im Café der verlorenen Jugend“ weiterlesen

Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft?

Hoffmann & Campe Verlag, Hamburg 2014, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Wahrscheinlich lebten Menschen immer schon in sehr unterschiedlichen Welten, doch der Bruch zwischen den digital Natives und den digitalen Vollverweigerern ist ein so frappierender, dass man über diese Kluft hinweg kaum eine Sprache findet. Wie kann man erklären, was die technologischen Entwicklungen, jenseits aller schwarz-weiß Malerei für Potentiale und Gefahren bergen? Lanier macht das mit seinem Buch auf eine sehr anschauliche Art und Weise, seine Beispielbilder sind für Nerds nahe Realität, für Laien einfach Science Fiction. „Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft?“ weiterlesen

Mirko Bonné: Nie mehr Nacht

Das Glück der Melancholie.

Mirko Bonné, 1965 in Tegernsee geboren, lebt seit 1975 in Hamburg und hat eine lange Liste an Übersetzer-, Förder-, und Literaturpreisen vorzuweisen. Seine Romane sind getragen von einer eigentümlichen Stimmung. Es ist eine Stimmung die entsteht aus dem Wissen, dass alles, was wir leben und erleben immer nur eine Möglichkeit ist, begleitet von der Traurigkeit über den Verlust des Ungelebten. „Mirko Bonné: Nie mehr Nacht“ weiterlesen

Marjana Gaponenko: Wer ist Martha?

Marjana Gaponenko: Wer ist Martha? Suhrkamp Verlag Berlin, 2012
Eine feine Geschichte über den Abschied vom Leben

Die 1981 in Odessa (Ukraine) geborene junge Autorin schreibt seit ihrem 16. Lebensjahr in deutscher Sprache, ist Preisträgerin des Chamisso-Preises und hat mit „Wer ist Martha“ ein bezauberndes, ein bestrickendes und ein humorvoll groteskes Buch vorgelegt. In einem Interview sagt sie von sich selbst, sie schreibe, weil sie die Zusammenhänge interessieren, von Herzen, die Geschichten ergreifen von ihr Besitz und entwickeln sich wie von selbst. „Marjana Gaponenko: Wer ist Martha?“ weiterlesen

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