Albert Camus

Der Mythos von Sisyphos, ein verzweifeltes Bild. Sollte man meinen. Sisyphos, der die Götter herausgefordert hat, wird dazu verurteilt, in der Unterwelt auf ewige Zeiten einen schweren Felsbrocken den Berg hinaufzurollen, nur um dann mitansehen zu müssen, wie er wieder hinabrollt.

„Sisyphos, der ohnmächtige und rebellische Prolet der Götter, kennt das ganze Ausmaß seiner unseligen Lage: über sie denkt er während des Abstiegs nach. Das Wissen, das seine eigentliche Qual bewirken sollte, vollendet gleichzeitig seinen Sieg. Es gibt kein Schicksal, das durch Verachtung nicht überwunden werden kann.“

„Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ (Albert Camus: Der Mythos von Sisyphos)

Nun, die eigentliche philosophische Herausforderung könnte in der Frage liegen: Hat das Absurde einen Sinn? Es ist und bleibt in der Welt, ob der Mensch aufgibt oder nicht. Soll er sich damit abfinden oder dagegen revoltieren?

Seine Lehre daraus ist aber, dass es, je weniger Sinn es hat, desto besser gelebt werden kann. Wenn es nicht einen Sinn hat, bezieht es sich nicht auf eine Idee von Sinn, sondern auf unendlich viele Ideen, die unendlich vielen Dingen Sinn geben können.

Es gibt kein Primat des Geistes. Und: Das Leben ist den Erklärungen vorzuziehen. Auch eine Absage an die Philosophie. Es sei denn, man macht es sich zur Aufgabe, den Umgang mit dem Absurden zu lehren. Aber ist das nicht absurd? Ja, doch: „Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“

siehe auch Albert Camus: Der Fremde

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