Entwicklung des Staates als Gemeinschaftsform

In den „Gundlagen zur politischen Philosophie“ war das erste Thema die historische Entwicklung des Staates und der sich gegenwärtig abzeichnende Wandel in den Funktionen und Institutionen des Staates.

Stämme, Stadtstaaten, Reiche, Imperien, Nationalstaaten. Vom Kleinen zum immer Größeren und zurück zum Kleinen geht die gegenwärtige Entwicklung wieder zu übergeordneten Verbünden. Nachdem sich seit dem zweiten Weltkrieg die Interessen der Staaten zunächst nach innen gewandt hatten und die modernen Wohlfahrtsstaaten aufgebaut wurden, fehlen den Nationalstaaten nun die Instrumente, um sich auf dem Weltmarkt zu etablieren. Nun geben die Staaten wieder einen Teil ihrer Souveränität ab und bekommen dafür Mitspracherecht in überregionalen Gremien. Kultureller Austausch, wirtschaftliche Möglichkeiten, Sicherung von Menschenrechten…
Auch der ZEIT- Artikel „Die EU darf nicht gespalten werden“ zielt in die Richtung: „Kerneuropa ist zu klein, die Zukunft haben regionale Verbünde.“ Nun braucht auch eine Haushalts- und Wirtschaftsunion die Zustimmung durch die Wähler und die Befürchtung, dass Europäisierung gleichzeitig Entdemokratisierung bedeuten könnte, ist nicht von der Hand zu weisen. Machtverschiebungen auf supranationaler Ebene können wieder Machtkonzentrationen hervorrufen. Interessant ist, dass bisher die demokratischen Grundzüge nicht von den einflussreichen „Klubs wie G8/G20, WTO“ gesichert werden, sondern von den basisdemokratischen Nichtregierungsorganisationen.

Die Frage, die sich also stellt: Muss Europa zuerst in Regionen aufgetielt und unterschiedlich organisiert werden? Und: Wie können demokratische Strukturen trotz globaler Abhängigkeiten gesichert werden?

Artikel aus der ZEIT vom 21.09.12 von Claus Leggewie:

SourceURL:file://localhost/Users/dagmareger-offel/Desktop/Dokument%201.doc

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-09/Europa-Regionen

Jetzt geht’s los!

Das Semester hat begonnen und, wie angekündigt, stellt dieser Blog Informationen bereit zur Diskussion, ergänzend zum Kursprogramm „Frauenakademie“ und „Studium Generale“ des Vereins „Literatur im Fenster“ in Kooperation mit der Volkshochschule Isny.

Als erster Versuchslauf bleibt der Blog öffentlich und frei zugänglich. Wer sich bemüßigt fühlt, für das Studium Generale Programm „Philosophie“ mitzudiskutieren, kann um das zugehörige Skript anfragen, das die Grundlage bildet.

Jeden Montag wird ergänzend dazu, als gegenwartsbezogene Weiterführung der im Kurs angesprochenen Problemstellungen, hier im Blog ein Artikel aus den einschlägigen großen Wochenzeitungen zur Diskussion gestellt.

Wir wollen einladen, über dieses Medium Inhalte und Sichtweisen zu diskutieren, kollaborative Wissensgenerierung und auch den Umgang mit Web 2.0 auszuprobieren, denn jeder interessierte Mensch ist selbst aktiver Produzent seines gegenwärtigen Bildungsstands.

Im Sinne des bayrischen Studium- Generale Konzepts: mehr wissen – weiter denken.       Viel Freude dabei.

Einfach ausprobieren!

 

Zur Diskussion: Warum die Linke oft recht hat, es aber nur selten bekommt; FAZ

Oskar Lafontaine bezieht sich im FAZ- Artikel vom 11.09. auf Charles Moore und Frank Schirrmacher, die vor einem Jahr ihre Artikel „I’m starting to think that the Left might actually be right“ und „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“  veröffentlicht haben und damit eine Frage in den Raum werfen, die auf vielerlei Ebenen diskutiert werden kann: Warum hat die Linke oft Recht, bekommt es aber nicht? Sind es Kassandra- Rufe, denen keiner glaubt? Ist es der Unterwerfungswille des Volkes? Wie lange dauert es, bis „die da unten nicht mehr wollen und die da oben nicht mehr können“ (siehe Griechenland)?

Nun, die Linke hat ihre eigene Sprache, wird über diese sofort identifiziert und enthebt sich damit außerhalb ihrer Reihen der neutralen Auseinandersetzung. Lafontaine plädiert nun dafür, dass die Linke genau diese Sprache, mit der in jeweiligen Kontexten Wirklichkeiten geschaffen werden, noch verstärkt entwickelt „um den Boden für wirkliche Reformen zu bereiten.“ Und dann plädiert er an die unkäuflichen Werte und Ideale als Begründung der menschlichen Würde.

Warum Lafontaine so oft recht hat, es aber selten bekommt…

Der Artikel ist zur kritischen Auseinandersetzung aus dem Grund lesenswert, weil in bezug auf verschiedene Philosophen im geschichtlichen Rückblick  einige Schlagworte zur Debatte gestellt werden wie:

„Eigentum entsteht durch eigenes Tun“

„Wer Vermögen hat, vermag etwas“

„Sprache verstärkt Macht des Bestehenden“

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http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/lafontaines-lektion-warum-die-linke-oft-recht-hat-es-aber-nur-selten-bekommt-11885411.html

Ist Judith Butler des Adorno-Preises würdig?

Im letzten ZEIT-Artikel vom 06.09.2012 beschreibt Ingeborg Harms den philosophischen Ansatz von Judith Butler, der amerikanischen Philosophin, die ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist wegen verschiedener Statements zu Hisbollah und Hamas als linken sozialen Bewegungen, die nun des Antisemitismus bezichtigt wird und des Adorno- Preises vom Zentralrat der Juden für unwürdig befunden wird.

Die ganze Auseinandersetzung ist bezeichnend. Judith Butler als philosophische Denkerin analysiert und gibt deskriptive Statements ab, die nicht immer auf ihre persönliche Wertung schließen lassen. Grundsätzlich ist ihr Denken ein skeptisches und vor allem ein gewaltfreies und antidiskriminierendes. Ihre Ansätze aus den 90 er Jahren, Gender- Kategorien zu analysieren und an allen Punkten der scheinbaren Unhinterfragbarkeit mit ihrer Kritik anzusetzen, war ein Meilenstein in der Auseinandersetzung mit Geschlechterkonstruktion und dem Bewusstsein, inwiefern wir durch ständige Wiederholung Realitäten manifestieren.

Es ruft ein gewisses Ubehagen hervor, wenn deskriptive Kritik, wie in jüngerer Vergangenheit mehrfach geschehen, immer als ideologisch verblendete Haltung ausgelegt wird.

Unbedingt lesenswert:

SourceURL:file://localhost/Users/dagmareger-offel/Desktop/Dokument%201.doc

http://www.zeit.de/2012/37/Judith-Butler-Portraet

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2012-08/judith-butler-kritik-israel-antwort

Weltbeziehungen im Zeitalter der Beschleunigung.

Weltbeziehungen im Zeitalter der Beschleunigung

Von Katharina Teutsch am 03.07. in der Zeit unter dem Titel “Rasten statt Rasen” veröffentlicht:

Hartmut Rosa stellt fest: »Gelingende Weltbeziehungen sind solche, in denen die Welt den handelnden Subjekten als ein antwortendes, atmendes, tragendes, in manchen Momenten sogar wohlwollendes, entgegenkommendes oder ›gütiges‹ ›Resonanzsystem‹ erscheint.« Ein Schelm, wer Psychoaktives dabei denkt.

http://www.zeit.de/2012/26/L-S-Rosa

Denken Deutsche anders?

 

Denken Deutsche anders? Philosophie-Magazin Mai/Juni 2012

Das gibt es doch tatsächlich! Wieder oder immer noch. Menschen die denken und das Denken ins Leben überführen. Ein Dorf der Philosophen. Im aktuellen Philosophie-Magazin wird ein Projekt beschrieben, das LebensGut Pommritz, ein ökosoziales Gemeinschaftsprojekt, 1997 gegründet mit der Absicht “die tiefsten Sehnsüchte und Potenziale unserer eigenen Seele zu entfalten und zugleich unsere Verantwortung in der Welt wahrzunehmen”.

http://www.lebensgut.de  In Einklang mit der Natur wird Ökolandbau betrieben, ein Hofladen, eine Philosophiewerkstatt, etc.

Beim Lesen schien sich zunächst eine Analogie zu Hans Peter Dürrs Energiebilanz anzubieten, die mit demselben ökologischen Anspruch versucht, an die Verantwortlichkeit des Einzelnen in der Lebensführung zu appelieren und uns auf ein Bewusstsein der Einschränkung zugunsten der Erhaltung zu verpflichten.

Wäre da nicht dieser spirituelle Unterton. Der Anspruch, sich umweltverträglich im Natürlichen zu verhalten, mit einer Gemeinschaftspolitik, die Lebendigkeit und Kreativität ermöglicht, hört sich gut an. Aber immer wieder: wir schaffen es nicht, bescheidenere Weltverbesserer (Karl Popper) zu sein. Wenn dann muss schon die ganze menschliche Hybris im Ausdruck verinnerlichter Religiösität als Basis herhalten.

Es gibt viele Ausprägungen einer deutschen “Ökosophie”, ob das dann typisch deutsch ist, weil sich die Theorie auf deutsche Philosophen beruft, sei dahingestellt. Interessant einfach als alternativer Lebensentwurf, der zeigt, dass der Begriff “alternativlos”, im vergangenen Jahr von der Wirtschaftspolitik geprägt, Verblendung ist.

 

Vom Guten, Wahren und Schönen

 

Sybille Lewitscharoff: Vom Guten, Wahren und Schönen

Sybille Lewitscharoff, in Berlin lebende Schriftstellerin, mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, hat sich letztes Jahr mit ihrem Roman “Blumenberg” wieder mutig und sprachgewitzt an ein Thema gewagt, das sich als ungewöhnlich in der zeitgenössischen Literatur auszeichnet.

Der alternde Philosoph Blumenberg sucht Trost in der Mystifikation eines Löwen, der ihm erscheint und ihn noch einmal mit all seinen Beschäftigungen  im Zusammenhang mit Mythologie, Religion und menschlichen Befähigungen konfrontiert.

Nun macht sie in anderem Kontext von sich reden: In den Frankfurter und Züricher Poetikvorlesungen ist Sybille Lewitscharoff seit Emil Staiger, 1966, angeblich die erste, die den Mund mal wieder voll nimmt und gegen die zeitgenössische Literatur zu Felde zieht. Sie bezeichnet es gar als “Affentheater des Zeitgeschmacks”, was derzeit zu Papier gebracht wird, eine Spiegelung einer Gesellschaft, die sich “als menschlichen Schrott betrachtet”. Dabei läuft sie aber selbst Gefahr, auf abgeschmackte Art und Weise ihre zeitgenössischen Kollegen zu verreissen.

Mehr dazu im FAZ- Feuilleton vom 08.06.2012 mit obigem Titel (als Dateityp hier leider nicht erlaubt) und nach Lektüre des “Guten, Wahren und Schönen” an dieser Stelle.

 

Über Literatur im Fenster

Im Blog “Literatur im Fenster” möchte ich einladen zur Diskussion im Themenbereich “Studium Generale” in der Erwachsenenbildung. Als Ursprungsauftrag der Volkshochschulen ist die Vermittlung von Akademischem Wissen, von Allgemeinbildung, im Sinne von “Wissenschaft für Alle” zu verstehen. Nicht alle Bürger/innen können aber an Kursen in der Erwachsenenbildung teilnehmen. In einem Blog wie diesem können einzelne Themen orts-und zeitunabhängig dargestellt und diskutiert werden.

Buchrezensionen

Nein, wir brauchen sicher nicht noch einen Blog mit Buchrezensionen! Aber wer sich mit Literatur auseinandersetzt, kann nicht umhin, auch das ein oder andere mal seinen Senf dazu zu geben. Es werden gelegentlich aus aktuellem Anlass Rezensionen hier eingestellt, und Besondere aus verschiedenen Medien gesammelt.

Viel Spass beim Bloggen!
Literatur im Fenster e.V., Bergtorstraße 6, 88316 Isny

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