Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf

Thomas Hobbes war der Auffassung, dass sich der Mensch latent ständig im Kriegszustand mit seinen Mitmenschen befindet und es daher Aufgabe des Staates sein soll, eine Ordnung zu schaffen, welche die Menschen voreinander schützt und ihr Eigentum sichert.

Ganz davon abgesehen, dass das Menschenbild Hobbes‘ auch schon von seinen Zeitgenossen revidiert wurde, weisen auch neuere Forschungen in die Richtung, dass der Mensch als Kulturwesen seinen Anfang nahm mit der Grundbefähigung zur Kooperation, mit der Fähgkeit zu Empathie und Mitgefühl. Der Artikel des 6. Philosophie- Magazins mit dem Titel: „Wie viel Tier steckt in mir?“ bezeichnet es als erneuten Paradigmenwechsel, dass der Rousseausche edle, gute Wilde seine Rückkehr feiert, Vernunft und Emotion hierarchiefrei eine neue Setzung des Wesenskerns geltend machen. Die Basis hierfür soll die Primatenforschung bilden:

„Der barmherzige Bonobo

Fasst man die wesentlichen Ergebnisse dieser derzeit führenden und innovativsten Stimmen der Lebenswissenschaften zusammen, tritt die Trias von nachhaltigem Altruismus, dem Willen zur Kooperation und der mitfühlenden Empathie als unser eigentlich erfolgsverbürgendes Erbe hervor. Nicht etwa erst reflektiertes Selbstbewusstsein, regelgeleitete Vernunft oder höhere, sprachliche Kognition befähigen uns zu Mitgefühl, Zusammenarbeit und der Einbeziehung des anderen. Es war umgekehrt die Fähigkeit unserer breit gestreuten evolutionären Vorfahren, sich kooperativ und empatisch weiterzuentwickeln, die den Homo sapiens hervorbrachten. Anders gesagt: gerade das Tier in uns ist gut. Eine zunehmende Anerkennung seiner Präsenz stellte im gleichen Zug eine Rückkehr zu den besseren Quellen unseres Selbst dar. Die Genealogie des Menschen und seiner Moral wird evolutionsbiologisch umgeschrieben.“

Auszug aus:

http://www.philomag.de/philosophie-magazin-nr-6

Bildungsideal in „Wilhelm Meisters Lehrjahre“

Die Genese von Goethes Roman „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ erstreckte sich über einen ungewöhnlich langen Zeitraum. Die „Theatralische Sendung“ (Urmeister) schrieb er zwischen 1777 und 1785, die Druckfassung der Lehrjahre entstand erst 1791-96. Es liegen also beinahe 20 Jahre zwischen dem Beginn des Werkes und seiner Vollendung, 20 Jahre, in denen die unterschiedlichen Bildungsdiskurse der Zeit ihre Spuren im Roman hinteließen: Selbstverwirklichung und  persönliche Freiheit werden erreicht durch den Mut, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen (Imanuel Kant), aber unter Miteinbeziehung des gefühlsbestimmten Anteils (Jean Jacques Rousseau). Der Wilhelm Meister wird zu den Klassikern gezählt: durch die Bändigung des Gefühlskults der Empfindsamkeit zur Gefühlskultur wird mit didaktischem Gepräge die Entwicklung hin zu einer harmonischen Persönlichkeit beschrieben. Exemplarisch für das Erziehungsprogramm der Weimarer Klassik wird durch eine naturgemäße Erziehung als Ziel die harmonisch ausgebildete Individualität erreicht, die das Individuum dazu befähigt, sich innerhalb des Gemeinwesens voll zu entfalten. Ein idealisiertes Modell der Persönlichkeitsentwicklung mit dem erziehungsoptimistischem Anspruch, das heute noch besticht, weil es den Anschein erweckt, dass Identitätsstiftung erfolgt, wenn in den Wirren der Adoleszenz „Bildung“ eine Richtung weist.

Der besondere Trick im „Meister“: Wer nach seiner gesunden Natur lebt, braucht keine Restriktionen um einen  für sich und seine Umwelt angemessenen Lebensweg zu finden.

Der „Meister“ ist der Roman, auf den erstmalig die Bezeichnung „Bildungsroman“ als Zuordnung zurückgeht. Bildung als Mittel, um die Seele zu verfeinern, den Geist zu veredeln. Nicht umsonst fällt die deutsche Klassik zusammen mit dem deutschen Idealismus.

Text: Projekt Gutenberg

Zu Goethe und zu weiteren Fassungen des Textes: Projekt Gutenberg

 

Sophie La Roche: „Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim“

 Eine Bildungsgeschichte als Ideal der Zeit

Sophie von LA ROCHE ist eine überaus interessante Repräsentantin des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Nachdem sie bereits mit drei Jahren lesen konnte, flehte sie als 12jähriges Kind ihren Vater an, ihr eine schulmäßige Ausbildung angedeihen zu lassen.  Die geborene Sophie GUTERMANN erwarb ein umfangreiches Wissen auf vielerlei Gebieten. Aber ihrer Zeit gemäß hatte sie die Einstellung, mit ihrem Wissen dem Manne dienlich zu sein, und bei Hofe mit Geistesreichtum zu brillieren sei die ausreichende Erfüllung für eine Frau. Dass sie selbst auch schöpferisch tätig war, indem sie Romane schrieb und als die erste Frau Deutschlands eine eigene Zeitschrift herausgab, Pomona für Teutschlands Töchter, scheint damit in Widerspruch zu stehen. Betrachtet man aber die Inhalte der von ihr publizierten Schriften, so wird hier, mit pädagogischen Absichten, durchaus ein Frauenideal propagiert, das sich durch Einfügung, Duldsamkeit, Tugendhaftigkeit im Dienst am Mann und allen Mitmenschen, bewährt. Wie sehr diese weibliche Tugendhaftigkeit ein Kind der Empfindsamkeit ist, zeigt exemplarisch ihr Roman Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim.

Was sich bereits bei Sophie von La ROCHE abzeichnet und von den späteren Generationen weitergeführt wird, ist eine grundsätzlich veränderte Haltung der Dichtung gegenüber. Das kausale Verhalten der Frauen wandelt sich zu einem teleologischen Handeln. Der Blick in die Zukunft, die Zielgerichtetheit, etwas ausdrücken, etwas erreichen wollen, dies alles entwickelt sich gerade auch mit den Briefromanen. GOETHES Werther ist so ‚konstruiert’, dass über die Form des Briefromans rückwirkend ein gescheitertes Leben erklärt wird (kausal). Sophie von La ROCHEs Roman Die Geschichte des Fräuleins von Sternheim hingegen verfolgt das Ziel, auf einer fiktionalen Grundlage eine anstrebenswerte Form möglicher Lebensgestaltung zum Ausdruck zu bringen (teleologisch). Um diesen Anspruch erfüllen zu können, muss die ‚Beinahe- Tragödie’ mit einem Happy-End abschließen.

Die gesellschaftliche Emanzipation richtete sich auf die Befreiung vom Absolutismus, auf Mündigkeit und Selbstbestimmung der Bürger. Die dafür aufgestellten Ideale dienten der Abgrenzung vom Adel und bildeten ein neues bürgerliches Selbstbewusstsein. Die Rolle, die den Frauen dabei zukam, ist in dem Sinne eher bescheiden, als dass sie nichts mit der Gleichstellung der Frau zu tun hat. Die sogenannte weibliche Emanzipation beginnt erst sehr viel später. Aber die Bedeutung der Frauen im entstehenden Wechselverhältnis zwischen Männern und Frauen im 18. Jahrhundert ist dennoch nicht zu unterschätzen. Gerade für die Entwicklungen in der Sprache und damit in der Kultur, werden Frauen in dieser Zeit mit ihren Fähigkeiten zum gefühlvollen Ausdruck zur antreibenden Kraft.

Inhalt: Uni Paderborn Wiki

Autorin: Projekt Gutenberg Autoren

Text: Projekt Gutenberg Text

Wie wollen wir leben?

Worüber denken unsere führenden Politiker und Wissenschaftler nach, wenn sie sich Gedanken machen um zukünftige Strukturbedingungen für das gesellschaftliche Zusammenleben?

In einem Artikel der FAZ vom 30.09.12 mit dem Titel: „Denk ich an Deutschland.“ Gut leben in Europa heißt es laut Merkel: „Europa sei Garant Für Demokratie, Freiheit, Wachstum.“

Könnte man noch einmal das Gedankenexperiment zum Naturrecht anstellen? Was käme dabei heraus? Unsere Vorstellung von Naturrecht heute gründet sich im Geist der Aufklärung auf Freiheit und Selbstbestimmung und dazu zählen wir als Bedingung die Verfügung über materielle Mittel, die uns Lebensgestaltung ermöglichen. Dass wir diese im Konkurrenzkampf erlangen, ist uns selbstverständlich geworden.

Umweltschutz sei für viele nach wie vor eine Glaubenssache. Verschiedene Standpunkte werden dargestellt mit einem gemeinsamen Tenor: zunehmende Institutionalisierung von Europa bei zunehmender Individualisierung seiner Bürger.
Bezeichnend: Neben dem Artikel kann ein PDF  geöffnet werden zur Konferenz der Herrhausen Gesellschaft und der FAZ mit dem Titel „Denk ich an Deutschland. Wie wollen wir leben?“, aufgemacht als Prospekt. Dieser braucht, um finanziert zu werden, als Aufhänger eine ebenso große Seite vorangestellt von der Deutschen Bank mit dem Titel/ Werbeslogan: „Nur eine starke Bank kann die Zukunft mitgestalten.“

Vom Grundsätzlichen her gedacht ist für die Diskussion eine enge Grenze gesteckt, der Merkel/ Thatcher Slogan: There is no alternative (TINA- Prinzip, Unwort des Jahres 2010: alternativlos).

Interessant aus der ZEIT ein Beitrag eines Sozialwissenschaftlers mit dem Titel

„Utopie einer Welt ohne Wachstum“

Ist es denkbar, dass sich der Kapitalismus als Irrtum erweist?

SourceURL:file://localhost/Users/dagmareger-offel/Desktop/Dokument%201.doc

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/denk-ich-an-deutschland/denk-ich-an-deutschland-gut-leben-in-europa-11909386.html

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-09/utopien-wachstum-welzer

Literatur: Aufklärung und Bildung im 18. Jahrhundert

Ergänzende Informationen zum Skript:

1.   Aufklärung und Bildung im 18. Jahrhundert

Die Entdeckung des Subjekts, Briefkultur, Goethes „Werther“

Text: http://gutenberg.spiegel.de/buch/3636/1

Die Entwicklung in der  Dichtkunst des 18. Jahrhunderts kann bezeichnet werden als eine Emanzipation von Ordnungsmächten. Speziell die Beobachtungen an der Tragödie sind sehr aufschlussreich über das Zeitalter der Aufklärung, denn hier wird tatsächlich thematisiert, was die Menschen bewegt, das Theater spricht aus, was gedacht wird. Und darüber wird dann in den Briefwechseln wieder reflektiert und die Entwicklung weitergetrieben. Nur aufgrund der intensiven Kommunikation, auch oder gerade in schriftsprachlicher Form, konnte sich so schnell so viel verändern. Man könnte die Wirkung, die die Dichter wie auch die Verfasser der Briefsteller (theoretische Grundlagen der Briefkultur) erzielen wollen, auf den in der Aufklärung entstehenden Erziehungsoptimismus zurückführen. Das Weltbild hatte sich von der Theozentrik hin zur Anthropozentrik entwickelt. Das Wirken des Menschen bekam ganz andere Dimensionen. Eine besondere Form der Dichtung des 18. Jahrhunderts ist der Briefroman.

Kann der Weblog eine neue emanzipatorische Form von Kommunikationskultur sein, welche die Kulturentwicklung im Sinne von selbständig und kollektiv gestalteter Wissensgenerierung vorantreibt?

Hier ein Link zur Epoche der Auklärung:

http://www.pohlw.de/literatur/epochen/aufklaer.htm

„Literatur im Fenster“ lädt ein zur Diskussion und zum Sammeln von Informationen.

Viel Freude und Forschungslust!

Entwicklung des Staates als Gemeinschaftsform

In den „Gundlagen zur politischen Philosophie“ war das erste Thema die historische Entwicklung des Staates und der sich gegenwärtig abzeichnende Wandel in den Funktionen und Institutionen des Staates.

Stämme, Stadtstaaten, Reiche, Imperien, Nationalstaaten. Vom Kleinen zum immer Größeren und zurück zum Kleinen geht die gegenwärtige Entwicklung wieder zu übergeordneten Verbünden. Nachdem sich seit dem zweiten Weltkrieg die Interessen der Staaten zunächst nach innen gewandt hatten und die modernen Wohlfahrtsstaaten aufgebaut wurden, fehlen den Nationalstaaten nun die Instrumente, um sich auf dem Weltmarkt zu etablieren. Nun geben die Staaten wieder einen Teil ihrer Souveränität ab und bekommen dafür Mitspracherecht in überregionalen Gremien. Kultureller Austausch, wirtschaftliche Möglichkeiten, Sicherung von Menschenrechten…
Auch der ZEIT- Artikel „Die EU darf nicht gespalten werden“ zielt in die Richtung: „Kerneuropa ist zu klein, die Zukunft haben regionale Verbünde.“ Nun braucht auch eine Haushalts- und Wirtschaftsunion die Zustimmung durch die Wähler und die Befürchtung, dass Europäisierung gleichzeitig Entdemokratisierung bedeuten könnte, ist nicht von der Hand zu weisen. Machtverschiebungen auf supranationaler Ebene können wieder Machtkonzentrationen hervorrufen. Interessant ist, dass bisher die demokratischen Grundzüge nicht von den einflussreichen „Klubs wie G8/G20, WTO“ gesichert werden, sondern von den basisdemokratischen Nichtregierungsorganisationen.

Die Frage, die sich also stellt: Muss Europa zuerst in Regionen aufgetielt und unterschiedlich organisiert werden? Und: Wie können demokratische Strukturen trotz globaler Abhängigkeiten gesichert werden?

Artikel aus der ZEIT vom 21.09.12 von Claus Leggewie:

SourceURL:file://localhost/Users/dagmareger-offel/Desktop/Dokument%201.doc

http://www.zeit.de/politik/ausland/2012-09/Europa-Regionen

Jetzt geht’s los!

Das Semester hat begonnen und, wie angekündigt, stellt dieser Blog Informationen bereit zur Diskussion, ergänzend zum Kursprogramm „Frauenakademie“ und „Studium Generale“ des Vereins „Literatur im Fenster“ in Kooperation mit der Volkshochschule Isny.

Als erster Versuchslauf bleibt der Blog öffentlich und frei zugänglich. Wer sich bemüßigt fühlt, für das Studium Generale Programm „Philosophie“ mitzudiskutieren, kann um das zugehörige Skript anfragen, das die Grundlage bildet.

Jeden Montag wird ergänzend dazu, als gegenwartsbezogene Weiterführung der im Kurs angesprochenen Problemstellungen, hier im Blog ein Artikel aus den einschlägigen großen Wochenzeitungen zur Diskussion gestellt.

Wir wollen einladen, über dieses Medium Inhalte und Sichtweisen zu diskutieren, kollaborative Wissensgenerierung und auch den Umgang mit Web 2.0 auszuprobieren, denn jeder interessierte Mensch ist selbst aktiver Produzent seines gegenwärtigen Bildungsstands.

Im Sinne des bayrischen Studium- Generale Konzepts: mehr wissen – weiter denken.       Viel Freude dabei.

Einfach ausprobieren!

 

Zur Diskussion: Warum die Linke oft recht hat, es aber nur selten bekommt; FAZ

Oskar Lafontaine bezieht sich im FAZ- Artikel vom 11.09. auf Charles Moore und Frank Schirrmacher, die vor einem Jahr ihre Artikel „I’m starting to think that the Left might actually be right“ und „Ich beginne zu glauben, dass die Linke recht hat“  veröffentlicht haben und damit eine Frage in den Raum werfen, die auf vielerlei Ebenen diskutiert werden kann: Warum hat die Linke oft Recht, bekommt es aber nicht? Sind es Kassandra- Rufe, denen keiner glaubt? Ist es der Unterwerfungswille des Volkes? Wie lange dauert es, bis „die da unten nicht mehr wollen und die da oben nicht mehr können“ (siehe Griechenland)?

Nun, die Linke hat ihre eigene Sprache, wird über diese sofort identifiziert und enthebt sich damit außerhalb ihrer Reihen der neutralen Auseinandersetzung. Lafontaine plädiert nun dafür, dass die Linke genau diese Sprache, mit der in jeweiligen Kontexten Wirklichkeiten geschaffen werden, noch verstärkt entwickelt „um den Boden für wirkliche Reformen zu bereiten.“ Und dann plädiert er an die unkäuflichen Werte und Ideale als Begründung der menschlichen Würde.

Warum Lafontaine so oft recht hat, es aber selten bekommt…

Der Artikel ist zur kritischen Auseinandersetzung aus dem Grund lesenswert, weil in bezug auf verschiedene Philosophen im geschichtlichen Rückblick  einige Schlagworte zur Debatte gestellt werden wie:

„Eigentum entsteht durch eigenes Tun“

„Wer Vermögen hat, vermag etwas“

„Sprache verstärkt Macht des Bestehenden“

SourceURL:file://localhost/Users/dagmareger-offel/Desktop/Dokument%201.doc @font-face { font-family: „Times New Roman“; }p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal { margin: 0cm 0cm 0.0001pt; font-size: 12pt; font-family: „Times New Roman“; }a:link, span.MsoHyperlink { color: blue; text-decoration: underline; }a:visited, span.MsoHyperlinkFollowed { color: purple; text-decoration: underline; }table.MsoNormalTable { font-size: 10pt; font-family: „Times New Roman“; }div.Section1 { page: Section1; }

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/lafontaines-lektion-warum-die-linke-oft-recht-hat-es-aber-nur-selten-bekommt-11885411.html

Ist Judith Butler des Adorno-Preises würdig?

Im letzten ZEIT-Artikel vom 06.09.2012 beschreibt Ingeborg Harms den philosophischen Ansatz von Judith Butler, der amerikanischen Philosophin, die ins Kreuzfeuer der Kritik geraten ist wegen verschiedener Statements zu Hisbollah und Hamas als linken sozialen Bewegungen, die nun des Antisemitismus bezichtigt wird und des Adorno- Preises vom Zentralrat der Juden für unwürdig befunden wird.

Die ganze Auseinandersetzung ist bezeichnend. Judith Butler als philosophische Denkerin analysiert und gibt deskriptive Statements ab, die nicht immer auf ihre persönliche Wertung schließen lassen. Grundsätzlich ist ihr Denken ein skeptisches und vor allem ein gewaltfreies und antidiskriminierendes. Ihre Ansätze aus den 90 er Jahren, Gender- Kategorien zu analysieren und an allen Punkten der scheinbaren Unhinterfragbarkeit mit ihrer Kritik anzusetzen, war ein Meilenstein in der Auseinandersetzung mit Geschlechterkonstruktion und dem Bewusstsein, inwiefern wir durch ständige Wiederholung Realitäten manifestieren.

Es ruft ein gewisses Ubehagen hervor, wenn deskriptive Kritik, wie in jüngerer Vergangenheit mehrfach geschehen, immer als ideologisch verblendete Haltung ausgelegt wird.

Unbedingt lesenswert:

SourceURL:file://localhost/Users/dagmareger-offel/Desktop/Dokument%201.doc

http://www.zeit.de/2012/37/Judith-Butler-Portraet

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2012-08/judith-butler-kritik-israel-antwort

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑