Frank Witzel: Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969

Frank Witzel hat mit seinem Titel „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manischen depressiven Teenager im Sommer 1969“, MSB Matthes & Seitz Berlin Verlagsgesellschaft mbH, Berlin 2015, den Deutschen Buchpreis 2015 erhalten!

41FtZ4uME3L._SX355_BO1,204,203,200_

Frank_Witzel entfaltet auf 800 Seiten eine Geschichte, die als Erzählung auf verschiedenen Zeitebenen die Wahrnehmung eines Jugendlichen und Erwachsenen in verschiedenen Lebensphasen reflektiert. Mit großer Detailgenauigkeit werden die späten 60er und frühen 70er lebendig, der Geschmack von Brause auf der Zunge, die Musik der Beatles und der Stones, die Kämpfe mit den Eltern um jeden Zentimeter Haarlänge. Der Titel entspricht dem Aufbau des Romans: es wird etwas ausgesagt, das sich im selben Atemzug selbst widerlegt. „Frank Witzel: Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ weiterlesen

Max Horkheimer – Kritische Theorie

Neue Unterseite im „Studium Generale“ mit wöchentlichen Artikeln.

1. Teil: Sozialphilosophie als „Kritische Theorie der Gesellschaft“

In den Sechziger Jahren wurde der herrschende Grundkonsens zu Fragen nach der Verteilung von Macht und Privilegien, von Eigentum und Freiheit in Form einer politischen und gesellschaftlichen Krise in Frage gestellt. Die jungen Studenten knüpften an die Bemühungen des Instituts für Sozialforschung und deren in den 30er Jahren entwickelten Kritische Theorie an. An den Pranger gestellt wurden die grundsätzlichen Widersprüchlichkeiten des westlichen Wirtschaftssystems, die strukturellen Zusammenhänge zwischen ökonomischer, politischer und soziokultureller Handlungsebene. Aus der Kritischen Theorie ließen sich trefflich Argumente zur Opposition gegen die herrschenden Verhältnisse ableiten.

Warum wir heute aus der Beschäftigung mit der Kritischen Theorie, gerade in Hinblick auf die unterschiedlichen Zeitebenen und auf die gegenwärtigen Entwicklungen, wieder wertvolle Inspiration ziehen können: https://literaturimfenster.wordpress.com/studium-generale/max-horkheimer/

 

„Welt“- Literaturpreis: Haruki Murakami „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki „.

Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. Dumont, Köln 2014.

Wieder einmal wird in den Rezensionen häufig der Begriff „Magischer Realismus“ bemüht, um eine Besonderheit des Erzählens mit wenigen Worten zu erklären. Was ist es, das Haruki Murakami zu diesem besonderen Erzähler macht, dass die Welt von ihm fasziniert ist? „„Welt“- Literaturpreis: Haruki Murakami „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki „.“ weiterlesen

Lutz Seiler: Kruso – Eine andere Chronik der Wende

Lutz Seiler: Kruso – Eine andere Chronik der Wende
Suhrkamp Verlag Berlin, 2014.

Deutscher Buchpreis 2014

Hiddensee, eine Insel „außerhalb der Zeit“. Nach einer persönlichen Tragödie sucht der junge Germanistikstudent Ed Zuflucht im „Klausner“, einer Gaststätte an der Steilküste, die als letzte Bastion einer idealisierten Freiheit innerhalb des Sozialismus gilt.

„Lutz Seiler: Kruso – Eine andere Chronik der Wende“ weiterlesen

Patrick Modiano: Im Café der verlorenen Jugend

Übersetzung von Elisabeth Edl.
Deutscher Taschenbuch Verlag, 5. Auflage, München 2014, franz. Originalausgabe 2007

Modiano ist ein Erzähler. Von der ersten Seite an gelingt es ihm, eine Illusion zu schaffen, die den Leser einfängt. Ohne große Schnörkel, ohne exaltierte Kunstfertigkeit kommt der Roman damit aus, vier verschiedene Perspektiven zu zeichnen, vier verschiedene Blickwinkel auf das Leben anzubieten und damit eine Person zu umkreisen, die, obwohl in einer Passage aus der Innenperspektive beschrieben, doch vage und schemenhaft bleibt. Es entsteht viel mehr eine Stimmung, die gespannt macht und gefangen nimmt. „Patrick Modiano: Im Café der verlorenen Jugend“ weiterlesen

Universalismus und Religion – Wofür braucht es Allgemeingültigkeit?

Als Mensch, der mit offenen Augen die Aktivitäten der Menschheit betrachtet und mit Erschütterung die Folgen beobachtet, fragt man sich, wozu denn da abstrakte Gedankenfolgen noch gut sein sollen. Helfen sie zum besseren Verständnis von Gerechtigkeitsangelegenheiten? Können abstrakte Überlegungen Machtverhalten und Krieg entgegenwirken? Können wir über theoretische Argumentationen religiöse Konflikte entschärfen? „Universalismus und Religion – Wofür braucht es Allgemeingültigkeit?“ weiterlesen

Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft?

Hoffmann & Campe Verlag, Hamburg 2014, Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Wahrscheinlich lebten Menschen immer schon in sehr unterschiedlichen Welten, doch der Bruch zwischen den digital Natives und den digitalen Vollverweigerern ist ein so frappierender, dass man über diese Kluft hinweg kaum eine Sprache findet. Wie kann man erklären, was die technologischen Entwicklungen, jenseits aller schwarz-weiß Malerei für Potentiale und Gefahren bergen? Lanier macht das mit seinem Buch auf eine sehr anschauliche Art und Weise, seine Beispielbilder sind für Nerds nahe Realität, für Laien einfach Science Fiction. „Jaron Lanier: Wem gehört die Zukunft?“ weiterlesen

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑