Wolfgang Bauer: Über das Meer – Mit Syrern auf der Flucht nach Europa. Eine Reportage.

Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2015

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Angesichts eines erneuten Bootsunglücks im Mittelmeer mit hunderten von Todesopfern hat diese Reportage immer noch eine entsetzliche Aktualität und als BürgerIn Europas sieht man sich fassungslos in einem Handlungsvakuum gefangen angesichts der Tatsache, dass korrupte Schlepperbanden skrupellos Menschenleben ihren Geschäftsinteressen opfern und ein “Europa“ sich nicht einigen kann und nicht in der Lage ist, diesen Machenschaften das Handwerk zu legen durch menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen.

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Studium Generale: Heimat und Identität – Flucht und Entfremdung

Psychologische Betrachtungen zu Fremdheit und Identität

Beitrag von Claudia Kretschmann:

Fremdheit und Identität – Der Fremde in uns

Denn Fremdheit ist eine schöpferische Kraft, für die Gesellschaft, aber auch in der Literatur. Sie lebt von der Ambivalenz, von Reibung und Widersprüchlichkeit. (Fridolin Schley)

Beitrag lesen auf:

https://literaturimfenster.wordpress.com/studium-generale/heimat-und-identitaet-flucht-und-entfremdung/

Feridun Zaimoglu: „Siebentürmeviertel“

Kiepenheuer & Witsch, 2015

Siebentürmeviertel, in einem Stadtteil Istanbuls angesiedelt, beginnend im Jahr 1939, ist ein Roman über Heimat und Fremde, über eine Selbstdefinition vor dem Hintergrund zweier Kulturkreise. Ein kleiner deutscher Junge, Wolf, mit seinem Vater vor dem Hitlerregime in die Türkei geflohen, nimmt uns mit auf eine Reise in ein archaisches türkisches Milieu, in dem die Menschen sich zurechtfinden müssen zwischen Mythen, Aberglauben, sozialen Gruppenzugehörigkeiten und den damit verbundenen Rivalitäten. Der heranwachsende Wolf übernimmt die Ordnungssysteme, in denen er aufwächst. Von seinem deutschen Vater verlassen, wird die türkische Familie, die sich seiner annimmt und in der er die wichtigen Entwicklungsphasen seiner Pubertät erlebt, zu seiner echten Familie.

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Maria Braig: Spanische Dörfer – Wege zur Freiheit

Verlag 3.0, Bedburg, 2016

Eine Utopie, in der die Suche nach Freiheit und Akzeptanz durch den Mut junger Menschen einen Weg findet zu einem selbstgestalteten Leben.

Schon Jenny Erpenbecks Roman „Gehen, ging, gegangen“, im letzten Jahr auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis, wurde von den Rezensenten zum Teil als naive Utopie belächelt. Hannah Lühmann schrieb in der „Welt“ am 31.08.15:

„Vieles ist falsch an diesem Buch, unter den jungen Männern, den Flüchtlingen: kein einziger Antisemit, kein einziger Gewalttäter, keiner, der übergriffig wird, vielleicht einer, der stiehlt. Sie sind alle nett und verloren, traurig und traumatisiert, manchmal ein bisschen aggressiv und übermütig. Sie sind Platzhalter in einem Lehrstück über die Welt, wie sie sein könnte.“

Warum eigentlich nicht?

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Heimat und Identität im Studium Generale

Psychologische Betrachtungen zu Heimat und Identität
von Claudia Kretschmann

Inhaltsverzeichnis:

  • Einleitung
  • Sehnsuchtslandschaft der Gefühle
  • Anliegen der Psychologie
  • Heimat als Kindheitserfahrung
  • Heimat als selbstbestimmter sozialer Raum
  • Beheimatung als alltägliche Aufgabe
  • Auch ein Chatroom kann Heimat sein
  • Heimat ist der Versuch, die Kindheit verwandelnd einzuholen
  • Die dunkle Seite des Heimatgefühls
  • Heimat ein zwiespältiger Begriff
  • Der Geschmack des Heimwehs
  • Heimat als Utopie

siehe „Studium Generale“ Heimat und Identität – Flucht und Entfremdung

Nein, wir sind nicht über Nacht feministisch geworden.

Köln ist der Nährboden für eine bestimmte Art von Femonationalismus.

„Überall in Europa erleben wir, dass fremdenfeindliche, nationalistische Parteien, aber auch neoliberale Regierungen in zunehmendem Maße Vorstellungen von Gleichberechtigung benutzen, um darzustellen, dass männliche muslimische Bürger – und nicht-westliche männliche Migranten ganz allgemein – nicht imstande seien, die Rechte von Frauen* zu respektieren. Generell ist diese Art Mobilisierung von Gender und einer Vorstellung von Frauen*emanzipation durch nationalistische und fremdenfeindliche Parteien sowie durch konservative Regierungen einer der wichtigsten Aspekte zur Kennzeichnung der gegenwärtigen politischen Lage.“

aus:

Sind wir über Nacht zu einer feministischen Nation geworden?

Die europäische Festung und Edgar Allan Poe

Freitext Kolumne von Michael Ebmeyer, Januar 2016

Ein Versuch über Edgar Allan Poe und die Gegenwart:

„Wie fast immer bei Poe kann man die Erzählung auch so lesen, dass sie sich ganz im Gemüt eines einzelnen Menschen zuträgt. Zum Beispiel eines „patriotischen Europäers“, der seinen Kopf zur Festung ausgebaut hat. Immer tiefer verbohrt er sich in seinen Wahn, bis er schließlich durchknallt und selbst zum Terroristen wird.“

http://www.zeit.de/freitext/2016/01/12/europa-festung-poe-ebmeyer/

Jenny Erpenbeck: GEHEN, GING, GEGANGEN

Albrecht Knaus Verlag, München, 2015

„We become visible“, dieser Leitsatz Asylsuchender, die auf dem Alexanderplatz in Berlin demonstrieren, kann als ein Leitmotiv des Romans bezeichnet werden: die in aller Unterschiedlichkeit erzählten Schicksale einiger Schwarzafrikaner stehen stellvertretend für das unaussprechliche Leid der Vielen, die vergeblich monate- oder sogar jahrelang in einer Warteschleife aus Untätigkeit und Angst verharren. Jenny Erpenbeck hat sie sichtbar gemacht.

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