Seyla Benhabib: Die Rechte der Anderen – Ausländer, Migranten, Bürger

Es liegt nach Seyla Benhabib in der Verantwortung einer kosmopolitischen Gerechtigkeitstheorie neben die Fragen der Verteilungsgerechtigkeit die Fragen der Zugehörigkeitsgerechtigkeit zu stellen. Die Schwierigkeit bei der Zugehörigkeit liegt darin, dass moralische Gründe mit normativen Begründungen und politischen Gesetzen vermischt werden. So ist das Recht auf Einreise Asylsuchender sowohl ein moralisch als auch politisch gebotenes, genauso wie ein Recht auf Zugehörigkeit. Doch bei der Zugehörigkeit müssen gewisse Voraussetzungen auf institutioneller Ebene geschaffen werden, damit diskriminierungsfreie Zugehörigkeit umgesetzt werden kann.

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Flucht und Entfremdung – Philosophie

Fremdsein und Entfremdung

Auf wie viele Arten kann man fremd sein?

Fremd im eigenen Ich? Fremd im eigenen Land? Fremd in der Inanspruchnahme von übergeordneten Abkommen? Fremd gegenüber dem Menschsein?

Für uns als Europäer stellt sich dieser Tage die Frage des Menschseins als Menschlichseins von zweierlei Richtungen: werden wir uns selbst fremd, wenn wir unsere humanistischen Menschlichkeitsideale Tag für Tag verraten? Entfremden wir uns von der europäischen Idee der Menschlichkeit?

Und: Sind diejenigen die kommen fremd für uns, weil sie von einem anderen Kontinent kommen, oder weil sie durch ihre Erlebnisse, durch ihr Irgendwie- Überlebenmüssen unserer Idee des Menschseins ein Stück weit entfremdet sind?

Ist uns nicht der deutsche Menschenhändler, der Frauen und Kinder im Container eingeschraubt verrecken lässt fremder, als der syrische Kapitalist, der immer gleichmäßig seine Firma vorangebracht hat?

Es sind doch die Schicksale, die uns anderen gegenüber zu Fremden machen. Und sind nicht diese Schicksale viel stärker an die jeweiligen gesellschaftlichen Bedingungen und an die Strukturen von Macht und Ohnmacht gebunden, als an geografische Herkunft?

Nach wie vor empfehlenswert

Julia Kristeva: Fremde sind wir uns selbst, 11. Auflage 2013, 1. Auflage 1990, Suhrkamp, Frankfurt am Main.

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Wolfgang Bauer: Über das Meer – Mit Syrern auf der Flucht nach Europa. Eine Reportage.

Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2015

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Angesichts eines erneuten Bootsunglücks im Mittelmeer mit hunderten von Todesopfern hat diese Reportage immer noch eine entsetzliche Aktualität und als BürgerIn Europas sieht man sich fassungslos in einem Handlungsvakuum gefangen angesichts der Tatsache, dass korrupte Schlepperbanden skrupellos Menschenleben ihren Geschäftsinteressen opfern und ein “Europa“ sich nicht einigen kann und nicht in der Lage ist, diesen Machenschaften das Handwerk zu legen durch menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen.

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Studium Generale: Heimat und Identität – Flucht und Entfremdung

Psychologische Betrachtungen zu Fremdheit und Identität

Beitrag von Claudia Kretschmann:

Fremdheit und Identität – Der Fremde in uns

Denn Fremdheit ist eine schöpferische Kraft, für die Gesellschaft, aber auch in der Literatur. Sie lebt von der Ambivalenz, von Reibung und Widersprüchlichkeit. (Fridolin Schley)

Beitrag lesen auf:

https://literaturimfenster.wordpress.com/studium-generale/heimat-und-identitaet-flucht-und-entfremdung/

Heimat und Identität im Studium Generale

Psychologische Betrachtungen zu Heimat und Identität
von Claudia Kretschmann

Inhaltsverzeichnis:

  • Einleitung
  • Sehnsuchtslandschaft der Gefühle
  • Anliegen der Psychologie
  • Heimat als Kindheitserfahrung
  • Heimat als selbstbestimmter sozialer Raum
  • Beheimatung als alltägliche Aufgabe
  • Auch ein Chatroom kann Heimat sein
  • Heimat ist der Versuch, die Kindheit verwandelnd einzuholen
  • Die dunkle Seite des Heimatgefühls
  • Heimat ein zwiespältiger Begriff
  • Der Geschmack des Heimwehs
  • Heimat als Utopie

siehe „Studium Generale“ Heimat und Identität – Flucht und Entfremdung

Nein, wir sind nicht über Nacht feministisch geworden.

Köln ist der Nährboden für eine bestimmte Art von Femonationalismus.

„Überall in Europa erleben wir, dass fremdenfeindliche, nationalistische Parteien, aber auch neoliberale Regierungen in zunehmendem Maße Vorstellungen von Gleichberechtigung benutzen, um darzustellen, dass männliche muslimische Bürger – und nicht-westliche männliche Migranten ganz allgemein – nicht imstande seien, die Rechte von Frauen* zu respektieren. Generell ist diese Art Mobilisierung von Gender und einer Vorstellung von Frauen*emanzipation durch nationalistische und fremdenfeindliche Parteien sowie durch konservative Regierungen einer der wichtigsten Aspekte zur Kennzeichnung der gegenwärtigen politischen Lage.“

aus:

Sind wir über Nacht zu einer feministischen Nation geworden?

Die europäische Festung und Edgar Allan Poe

Freitext Kolumne von Michael Ebmeyer, Januar 2016

Ein Versuch über Edgar Allan Poe und die Gegenwart:

„Wie fast immer bei Poe kann man die Erzählung auch so lesen, dass sie sich ganz im Gemüt eines einzelnen Menschen zuträgt. Zum Beispiel eines „patriotischen Europäers“, der seinen Kopf zur Festung ausgebaut hat. Immer tiefer verbohrt er sich in seinen Wahn, bis er schließlich durchknallt und selbst zum Terroristen wird.“

http://www.zeit.de/freitext/2016/01/12/europa-festung-poe-ebmeyer/

Christa Wolf: „Was bleibt“

Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1994, Erstausgabe 1990

25 Jahre Deutsche Einheit, ein guter Zeitpunkt um wieder mal zu fragen: „Was bleibt?“

Christa Wolf, nach Reich-Ranickis Einschätzung „Deutschlands humorloseste Schriftstellerin“, ist kurz nach der Wende mit dieser Erzählung an die Öffentlichkeit und damit ins Fettnäpfchen getreten. Ursprünglich 1979 geschrieben und nach dem Mauerfall erst überarbeitet und veröffentlicht löste die Erzählung einen großen Literarturstreit aus, in dem Christa Wolf und die gesamte DDR-Literatur auf den Prüfstand gestellt wurden.

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