Literaturnobelpreis

Was sagt man dazu?
Schöne Überraschung, da hat das Komitee etwas gewagt.
Und wieder geht der Streit darüber los, was Literatur ist.
Nora Gomringers Artikel jedenfalls ist eine interessante Reise in die Geschichte des Wortes, zurück bis zu den kosmogonischen Dichtern und den 24 Gesängen des Homer.
Mir gefällt das. Also Nora Gomringer und Bob Dylan als Literaturnobelpreisträger!
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Jedem sein Universum

Das neue Semester des Studium Generale startet am 22.09. in Philosophie mit dem Thema:

Jedem sein Universum –
Wege der Philosophiegeschichte zur Frage nach dem Sinn

  1. Auf der Suche nach der richtigen Frage

Warum stellen sich Menschen überhaupt die Frage nach dem Sinn?

Es gibt vielerlei Gründe, sich die Frage nach dem Sinn des Lebens zu stellen. Meistens sind es Lebenskrisen oder schwierige Entwicklungsphasen, in denen das Leben im Gesamten auf eine Art Prüfstand gestellt wird.
Im Fall der Entstehung dieses Skripts verhält es sich anders: für mich persönlich war es vielmehr noch einmal die Frage nach der Sinnhaftigkeit von Philosophie, die mich dazu verleitete, die größte aller Fragen mit Hilfe einiger wichtiger Philosophen der Philosophiegeschichte anzugehen. Die Auswahl richtet sich hierbei ganz nach meiner subjektiven Einschätzung – wobei ich mir bewusst auch Philosophen ausgewählt habe, mit denen ich mich bisher noch nicht intensiver befasst hatte.

Es war also eine jener schlaflosen Nächte, in denen ich, schwere Fragen hin und her drehend, ein für mich bedeutsames Gedankenbild entwickelt hatte:

Das Leben ist eine Geschenkbox.
Nur hineinschauen darf man nicht.

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Wim Wenders: Aufzeichnungen zu Kleidern und Städten

Die 1989 aufgezeichnete Filmbiographie zu Yamamoto von Wim Wenders beginnt mit der großen Frage nach der Identität und nimmt beeindruckend die Entwicklungen des digitalen Zeitalters vorweg, was den Zusammenhang technischer Reproduktion und Verlust an Originalität und damit auch Identität bedeutet: „Jede Unterscheidung scheint reine Willkür.
Wer will sich also darüber verwundern, dass der Begriff von Identität so auf den Hund gekommen ist.“

Hier das Original von Wim Wenders, kopiert aus dem digitalen Space 😉

Man wohnt irgendwo,
man macht irgendeine Arbeit,
man redet irgendwas daher,
man ernährt sich irgendwie,
man zieht sich irgendetwas an,
man sieht wahllos irgendwelche Bilder,
MAN LEBT IRGENDWIE,
MAN IST IRGENDWER.

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Seyla Benhabib: Die Rechte der Anderen – Ausländer, Migranten, Bürger

Es liegt nach Seyla Benhabib in der Verantwortung einer kosmopolitischen Gerechtigkeitstheorie neben die Fragen der Verteilungsgerechtigkeit die Fragen der Zugehörigkeitsgerechtigkeit zu stellen. Die Schwierigkeit bei der Zugehörigkeit liegt darin, dass moralische Gründe mit normativen Begründungen und politischen Gesetzen vermischt werden. So ist das Recht auf Einreise Asylsuchender sowohl ein moralisch als auch politisch gebotenes, genauso wie ein Recht auf Zugehörigkeit. Doch bei der Zugehörigkeit müssen gewisse Voraussetzungen auf institutioneller Ebene geschaffen werden, damit diskriminierungsfreie Zugehörigkeit umgesetzt werden kann.

mehr zum Thema unter: Studium Generale – Flucht und Entfremdung

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Flucht und Entfremdung – Philosophie

Fremdsein und Entfremdung

Auf wie viele Arten kann man fremd sein?

Fremd im eigenen Ich? Fremd im eigenen Land? Fremd in der Inanspruchnahme von übergeordneten Abkommen? Fremd gegenüber dem Menschsein?

Für uns als Europäer stellt sich dieser Tage die Frage des Menschseins als Menschlichseins von zweierlei Richtungen: werden wir uns selbst fremd, wenn wir unsere humanistischen Menschlichkeitsideale Tag für Tag verraten? Entfremden wir uns von der europäischen Idee der Menschlichkeit?

Und: Sind diejenigen die kommen fremd für uns, weil sie von einem anderen Kontinent kommen, oder weil sie durch ihre Erlebnisse, durch ihr Irgendwie- Überlebenmüssen unserer Idee des Menschseins ein Stück weit entfremdet sind?

Ist uns nicht der deutsche Menschenhändler, der Frauen und Kinder im Container eingeschraubt verrecken lässt fremder, als der syrische Kapitalist, der immer gleichmäßig seine Firma vorangebracht hat?

Es sind doch die Schicksale, die uns anderen gegenüber zu Fremden machen. Und sind nicht diese Schicksale viel stärker an die jeweiligen gesellschaftlichen Bedingungen und an die Strukturen von Macht und Ohnmacht gebunden, als an geografische Herkunft?

Nach wie vor empfehlenswert

Julia Kristeva: Fremde sind wir uns selbst, 11. Auflage 2013, 1. Auflage 1990, Suhrkamp, Frankfurt am Main.

Mehr lesen Flucht und Entfremdung – Philosophie

Wolfgang Bauer: Über das Meer – Mit Syrern auf der Flucht nach Europa. Eine Reportage.

Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2015

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Angesichts eines erneuten Bootsunglücks im Mittelmeer mit hunderten von Todesopfern hat diese Reportage immer noch eine entsetzliche Aktualität und als BürgerIn Europas sieht man sich fassungslos in einem Handlungsvakuum gefangen angesichts der Tatsache, dass korrupte Schlepperbanden skrupellos Menschenleben ihren Geschäftsinteressen opfern und ein “Europa“ sich nicht einigen kann und nicht in der Lage ist, diesen Machenschaften das Handwerk zu legen durch menschenwürdige Unterbringung von Flüchtlingen.

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Studium Generale: Heimat und Identität – Flucht und Entfremdung

Psychologische Betrachtungen zu Fremdheit und Identität

Beitrag von Claudia Kretschmann:

Fremdheit und Identität – Der Fremde in uns

Denn Fremdheit ist eine schöpferische Kraft, für die Gesellschaft, aber auch in der Literatur. Sie lebt von der Ambivalenz, von Reibung und Widersprüchlichkeit. (Fridolin Schley)

Beitrag lesen auf:

https://literaturimfenster.wordpress.com/studium-generale/heimat-und-identitaet-flucht-und-entfremdung/

Heimat und Identität im Studium Generale

Psychologische Betrachtungen zu Heimat und Identität
von Claudia Kretschmann

Inhaltsverzeichnis:

  • Einleitung
  • Sehnsuchtslandschaft der Gefühle
  • Anliegen der Psychologie
  • Heimat als Kindheitserfahrung
  • Heimat als selbstbestimmter sozialer Raum
  • Beheimatung als alltägliche Aufgabe
  • Auch ein Chatroom kann Heimat sein
  • Heimat ist der Versuch, die Kindheit verwandelnd einzuholen
  • Die dunkle Seite des Heimatgefühls
  • Heimat ein zwiespältiger Begriff
  • Der Geschmack des Heimwehs
  • Heimat als Utopie

siehe „Studium Generale“ Heimat und Identität – Flucht und Entfremdung

Nein, wir sind nicht über Nacht feministisch geworden.

Köln ist der Nährboden für eine bestimmte Art von Femonationalismus.

„Überall in Europa erleben wir, dass fremdenfeindliche, nationalistische Parteien, aber auch neoliberale Regierungen in zunehmendem Maße Vorstellungen von Gleichberechtigung benutzen, um darzustellen, dass männliche muslimische Bürger – und nicht-westliche männliche Migranten ganz allgemein – nicht imstande seien, die Rechte von Frauen* zu respektieren. Generell ist diese Art Mobilisierung von Gender und einer Vorstellung von Frauen*emanzipation durch nationalistische und fremdenfeindliche Parteien sowie durch konservative Regierungen einer der wichtigsten Aspekte zur Kennzeichnung der gegenwärtigen politischen Lage.“

aus:

Sind wir über Nacht zu einer feministischen Nation geworden?

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