Frankfurter Buchmesse 2017: Interview mit Robert Menasse – Schreiben gegen den Nationalismus in Europa

Ein Highlight der Frankfurter Buchmesse 2017 war das Interview mit Robert Menasse, einem Autor, dessen Antworten immer sehr wohlüberlegt sind, auch wenn er spontan Scherze macht über eine schwierige Frage. Mit seinem Roman „Die Hauptstadt“ entwirft Menasse einen Entwurf für Europa gegen den erstarkenden Nationalismus. Seine Anleihen bei Robert Musils „Der Mann ohne Eigenschaften“ zeigen die Wiederholungen in der Geschichte, die als solche entlarvt werden könnten, denn Politik ist schließlich immer etwas Menschengemachtes und Menschenerfahrenes, das in unserem kollektiven Gedächtnis eingeschrieben sein sollte.

Was nach dem Zusammenbruch des Kaiserreichs um die Jahrhundertwende durch nationalistische Tendenzen zu den unsäglichen Entwicklungen bis zum zweiten Weltkrieg geführt hat, sollte uns eine Lehre sein, Nationalsozialismus und Stalinismus haben so viel Leid und Elend verursacht, dass nicht zu verstehen ist, wie nun, so wenige Jahrzehnte später, der Nationalismus wieder Konjunktur haben kann. Europa ist Vielfalt und Vielfalt ist Reichtum, so Menasse. Bei Musil entwirft der Protagonist Ulrich eine Parallelaktion, eine Idee, die auch Menasse in seinen Roman eingebaut hat. An der Neuausgabe von Musils „Mann ohne Eigenschaften“ dieses Jahr bin ich gescheitert, weil mir viele Themenbereiche sehr weit entfernt erschienen, aber dieses von Menasse geht mich etwas an, nicht zuletzt weil dieses Interview mit einem unaufgeregt direkten Autor mich sehr angesprochen hat.

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