Jung Chang: „Wilde Schwäne“

Drei Frauen in China von der Kaiserzeit bis heute
Aus dem Englischen von Andrea Galler und Karlheinz Dürr

Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf., München 2004, Erstauflage 1991

Jung Chang wurde1952 in China geboren und ist 1978 über ein Stipendium nach England gekommen wo sie bis heute lebt. Ihre autobiographische Familiengeschichte „Wilde Schwäne“ führte sie zu weltweitem Erfolg, gleichwohl sind ihre Werke in China nach wie vor verboten. Das Buch gewann 1992 den NCR Book Award und 1993 den British Book of the Year Award.

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Lizzie Doron: „Who the fuck is Kafka?“

 Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler
Deutscher Taschenbuch Verlag, München, Erstausgabe 2015

Lizzie Doron, israelische Schriftstellerin, kam als Tochter einer Holocaust-Überlebenden über die Geschichte ihrer Mutter zum Schreiben. In ihrem jüngsten Buch „Who the fuck is Kafka“ erzählt sie mit großer Sensibilität über den Versuch einer israelisch-palästinensischen Freundschaft.

Auf einem Friedenskongress in Rom treffen sich Nadim, ein palästinensischer Journalist mit dem Traum, Filme zu machen, und die Ich-Erzählerin, eine israelische Schriftstellerin. Von Anfang an ist ihre Beziehung von zwiespältigen Gefühlen begleitet, von einerseits einer großen Sympathie und andererseits immer wieder aufkommender Unsicherheit und Missverständnissen. Der Titel steht hier stellvertretend für viele kleine Situationen, in denen die Unterschiedlichkeiten der Kulturen zum Verhängnis werden für Verstehen. Es verbindet die beiden der Wunsch, etwas für die Völkerverständigung zu tun und die große Sehnsucht nach Frieden. Sie entwickeln die Idee, einen Film über ihre Freundschaft zu drehen und ein Buch darüber zu schreiben.

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Christa Wolf: „Was bleibt“

Deutscher Taschenbuch Verlag, München, 1994, Erstausgabe 1990

25 Jahre Deutsche Einheit, ein guter Zeitpunkt um wieder mal zu fragen: „Was bleibt?“

Christa Wolf, nach Reich-Ranickis Einschätzung „Deutschlands humorloseste Schriftstellerin“, ist kurz nach der Wende mit dieser Erzählung an die Öffentlichkeit und damit ins Fettnäpfchen getreten. Ursprünglich 1979 geschrieben und nach dem Mauerfall erst überarbeitet und veröffentlicht löste die Erzählung einen großen Literarturstreit aus, in dem Christa Wolf und die gesamte DDR-Literatur auf den Prüfstand gestellt wurden.

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In aller Kürze: Konfuzius und Aristoteles

China und der Westen

Xuewu Ge spricht in seiner Publikation für die Bundeszentrale für politische Bildung „Die große Mauer in den Köpfen“ von China und dem Westen und der Suche nach Verständigung. Dafür wurden zu einem Workshop mehrere führende chinesische Wissenschaftler eingeladen, die als Prämisse für eine Verständigung die Suche nach Gemeinsamkeiten, nicht nach Unterschieden, hervorhoben. Für die Chinesen sei es beispielsweise ganz wichtig gewesen, festzustellen, dass das Verständnis von Demokratie nicht allein auf abendländischen Wurzeln basiert, sondern im Konfuzianismus ebenso vertreten sei. Durch diese Erkenntnis können sie, laut Xuewu, mit einem anderen Selbstbewusstsein die Idee der Demokratie vertreten. Mehr unter „Studium Generale, Konfuzius“

Literaturnobelpreis 2015 für Swetlana Alexijewitsch

Zum Literaturnobelpreis für Swetlana Alexijewitsch

Buchrezension „Der Krieg hat kein weibliches Gesicht“
Aus dem Russischen von Ganna-Maria BraungardtSuhrkamp Taschenbuch Verlag, 2015

Kaum eine Preisvergabe wird jedes Jahr auf Neue in ihrer Würdigkeit so heftig kritisiert, wie die Auswahl des jährlichen Literaturnobelpreisträgers. Dieses Jahr richtete sich die Kritik auf die Frage: Ist es überhaupt Literatur, wenn jemand eine Collage aus Zeitzeugenberichten zusammenstellt?

Natürlich bewegt man sich als Autorin hier an der Grenze zwischen Reportage und Literatur. Auch Irina Liebmann musste sich dieselbe Kritik gefallen lassen mit „Berliner Mietshaus“ in den 80er Jahren, jetzt wird das Buch wieder beachtet als Zeitzeugenliteratur zur Wende.

Was macht Literatur zur Literatur? Selbst wenn ein Gespräch wiedergegeben wird, so wird schon allein durch die Auswahl, durch Auslassungen, durch kommentierende Ergänzungen, ein Gestaltungsziel verfolgt und umgesetzt: die Intention, eine bestimmte Stimmung, eine Emotion, eine mit einem bestimmten Blick verbundene Perspektivübernahme herauszufordern. Und die Art und Weise der Gestaltung ist eine künstlerische. Weiterlesen „Literaturnobelpreis 2015 für Swetlana Alexijewitsch“

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