Wie drückt man sich aus, wenn man wenig Sprache hat? Eine Familiengeschichte aus Oberfranken, aus einem Dorf in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts. Es gibt nichts, woran sich die Sinne üben könnten, nichts zu sehen, nichts zu hören und zu fühlen nur im stillen Kämmerlein. Gesprochen wird nicht viel. Es gibt noch keine Sprache im Dorf für das, was unter die Haut geht.
Und doch findet es hier einen Ausdruck in der Kargheit, in der Grobheit. Eine konkrete Erzählweise, wie sie Kerstin Specht hier wählt, ist nah an den Möglichkeiten und Grenzen dessen, was dem Kind Sophie und später der jungen Frau zu begreifen möglich ist.