Lesung zu Jean Paul Sartres „Bei geschlossenen Türen“

Anlässlich der aktuellen Situation und der vielen beispielhaften kreativen Ideen, wie das Internet ersatzweise für kulturelle Angebote genutzt werden kann, habe auch ich mir etwas überlegt und einfach mal einen Text eingelesen, der mir passend erschien. In der Beschäftigung mit dem Existentialismus wären jetzt an der Frauenakademie und Männerakademie Ulm Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre auf dem Programm gestanden. Bei vollständigem Unterrichtsausfall habe ich die Zeit genutzt. Ein Wagnis als Laiensprecherin. Zur gemeinsamen Unterhaltung auf youtube mit Standbild Sartre und einigen wenigen Szenenbildern aus einer Theateraufführung:

Jean Paul Sartre

Wie lebt man ohne Sinn?

Das, was die früheren Philosophen als „Sinn des Lebens“ bezeichneten, gründete sich, wie oben dargestellt von Platon bis Kant auf unterschiedliche vorgegebene Prämissen, anhand derer Ideale entwickelt wurden, die als Regulative einen abstrakten Sinn formulierten. Seit der Phänomenologie nach Husserl, auf der Heidegger aufbaut, ist die Philosophie in der Krise, in der Existenzkrise, und versucht nun, sich mehr auf die wahrnehmbaren Phänomene zu konzentrieren.

Bei Nietzsche hatten wir schon von der heraufziehenden Dekadenz in der Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verhältnisse gesprochen, die sich nun bei den Existenzialisten auswuchs zu einer Sinnentleerung, die mit Langeweile, Hoffnungslosigkeit und Angst einherging. Man hat den Eindruck, um dem ganzen Überdruss Herr zu werden, musste die Absurdität als neuer Platzhalter die Leere des Nichts auffüllen. Die Absurdität als Entgegensetzung zum Insuffizienzgefühl der Generationen zwischen und nach den Weltkriegen.

Weiterlesen „Jean Paul Sartre“

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑