Margaret Mazzantini: Das Meer am Morgen

Auf Sizilien sind manchmal die Ausläufer des heißen Wüstenwindes, des Ghibli, zu spüren. Ein junger Mann, Vito steht am Strand, weiß nicht wohin mit sich und seiner Zukunft, kann sich nicht verankern in der Vergangenheitsgeschichte seiner Familie, die mehrfach über das Meer zwischen Libyen und Italien emigriert ist oder zwangsumgesiedelt wurde. Gleichzeitig macht sich ein kleiner Junge, Farid, mit seiner Mutter auf den Weg, weg aus einem Libyen das in den letzten Tagen Gaddafis, der 42 Jahre sein Regime etabliert hatte, seine Einwohner als Waffen gegen Europa aufs Meer schickt. Weiterlesen „Margaret Mazzantini: Das Meer am Morgen“

Richard David Precht: Jäger, Hirten, Kritiker. Eine Utopie für die digitale Gesellschaft.

Das Buch trifft natürlich genau den Puls der Zeit, mit allen Diskussionen rund um Digitalisierung, Veränderung des Arbeitsmarktes, und der Frage: Wie wollen wir leben?, sollten sich die Strukturen der Wachstumsgesellschaft neu formieren. Eine Utopie ist dieses Buch insofern, als es in seinen Überlegungen eine Vision entwickelt, bei der die Interessen der Menschen berücksichtigt werden, die in unserem Verständnis das Zentrum der Gesellschaft bilden: die Leistungsträger. Und für die ist es tatsächlich die Frage: Was soll schlimm daran sein, wenn langweilige und entfremdete Arbeit wegfällt? (nach S.33) Weiterlesen „Richard David Precht: Jäger, Hirten, Kritiker. Eine Utopie für die digitale Gesellschaft.“

Martin Burckhardt: Eine kurze Geschichte der Digitalisierung

Wer es gerne kurz und knackig, ohne viele Umwege mag, ist mit diesem Buch über die Geschichte der Digitalisierung gut beraten. Immerhin 300 Jahre – inklusive eines Ausblicks in die Zukunft – werden auf diesen 250 Seiten beschrieben. Überraschend sind die ganzen notwendigen Vorläuferentwicklungen, die zu einer Denkstruktur und zu Fragestellungen beigetragen haben, die eine Entwicklung der digitalen Technik erst ermöglicht haben. Weiterlesen „Martin Burckhardt: Eine kurze Geschichte der Digitalisierung“

Hannah Arendt: Vita Activa oder Vom tätigen Leben

In dem im Piper Verlag 1967 erschienenen Buch Vita Activa oder Vom tätigen Leben behandelt Hannah Arendt mit vorausschauender Perspektive die Entwicklung des Menschen in einer Gesellschaft von Arbeitstieren. Die Tätigkeiten des animal laborans haben wenig mehr mit ursprünglichem Tätigsein im Sinne von Handeln zu tun, sondern gleichen sich immer mehr Prozessabläufen an wie der Verfeinerung von Apparaten und Sinn und Zweck sind reduziert auf Selbsterhaltung.

Wie hat sich Philosophie verändert?

Die Philosophie begann bei Platon und Aristoteles mit Staunen und ist heute von einem Pragmatismus durchsetzt, der den Menschen allein als von seinen Interessen motiviert betrachtet. Gleichzeitig ist der Mensch der festen Maßstäbe jenseits der Herstellungsprozesse verlustig gegangen. Weiterlesen „Hannah Arendt: Vita Activa oder Vom tätigen Leben“

Rezension zu „Kohlhaas und der Sinn des Lebens“

Die erste öffentliche Rezension zu meinem Buch auf einem von mir sehr geschätzten Blog von Bernd Arnold:

„Philosophiegeschichte macht mich neugierig. Dagmar Eger-Offel überzeugt mit ihrer Geschichte der Philosophie in mehrerlei Hinsicht: eine Fülle an Primär-Literatur, die Leitfrage der Sinnsuche und die literarische Figur des Michael Kohlhaas auf der Suche nach dem Sinn.
(…) Und Michael Kohlhaas aus Heinrich von Kleists Novelle? Dagmar Eger-Offel lässt ihn von Autor zu Kapitel den unterschiedlichen Gedanken und Ideen begegnen, imaginiert Gespräche der Philosophen mit Kohlhaas und deutet seine Perspektiven – was sich spannend liest wie ein Krimi. Gerechtigkeits-Terrorismus ist fehl am Platz, Gerechtigkeit bleibt Idee und Ziel.

Hiermit sei das Buch empfohlen, und wer schnuppern will, findet im Blog der Autorin kapitelweise Videos zum Betrachten und Hören.“

Vielen Dank dafür!

Rezension in voller Länge auf transitnuremberg

Dagmar Eger-Offel, „Kohlhaas und der Sinn des Lebens. Wege der Philosophiegeschichte zur Suche nach dem Sinn“, Literatur im Fenster e. V., Isny im Allgäu 2017, ISBN: 978 – 3 – 00 – 057666 – 9

Programm Sommersemester 2018

Im März beginnt das Sommersemester unseres Kursprogramms.
Literatur im Fenster bietet einen Raum zum Nachdenken und Diskutieren. Wir lassen uns von aktuellen Themen herausfordern. Genauso gerne gehen wir uralten Fragen nach, die jede Gesellschaft aufs neue beantworten muss. In unserem Verständnis von Allgemeinbildung haben wir uns von der Frauen- und Männerakademie der Ulmer Volkshochschule anregen lassen. Unser regelmäßi-ges Kursangebot umfasst die folgenden Fachbereiche:

POLITIK – LITERATUR – PHILOSOPHIE – GESCHICHTE – PSYCHOLOGIE

Weiterlesen „Programm Sommersemester 2018“

Kohlhaas und der Sinn des Lebens – Immanuel Kant

Wir befinden uns auf unserer Reise durch die Philosophiegeschichte immer noch in der Zeit der Hochaufklärung, kurz vor der Französischen Revolution und vor einer grundlegenden Änderung der politischen Verhältnisse. Die Transzendentalphilosophie Immanuel Kants untersucht neben der Erkenntnisfähigkeit die Möglichkeit eines freien Willens in Hinblick auf die Übernahme von Verantwortung, moralisch, wie auch als mündiger Bürger im politischen Sinne: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.“

Bildnachweis: Mittelalterliche Kosmologie nach der Schedelschen Weltchronik (1493)
Michel Wolgemut, Wilhelm Pleydenwurff, eigens Werk, Scan

Sommers Weltliteratur to go

Etwas Amüsantes zum Wochenende: Weltliteratur to go. Mit Playmobil. Kann man das mit der Philosophie auch machen? 😉

Schlußszene: Werther erschießt sich, aber er lebt noch ein bisschen. Am nächsten Morgen kommt sein Bursche und findet ihn: Uääähhhh (Figur fliegt aus dem Bild) dann phantasiert er den Verlobten Lottes, der kommt: Uääähhhh (Figur fliegt aus dem Bild) und dann die Lotte, die nicht vorbeikommt: Uääähhhh (Figur fliegt aus dem Bild) …. und dann stirbt er ….

Also waisch!

Aber vielleicht macht das ja bei der jüngeren Generation mehr Lust auf Lektüre!

Ilona Jerger: Und Marx stand still in Darwins Garten.

Die fiktive Begegnung zweier Gelehrter unterschiedlicher Wissenschaftsbereiche, die sich aneinander reiben und gleichzeitig im Roman als Persönlichkeit sichtbar werden, ist ein Erzählkonstrukt, das mir schon bei Yaloms „Und Nietzsche weinte“ und bei Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“ sehr gut gefallen hat. Natürlich, ein Roman ist ein Roman, aber es kann auch ein Genuss sein, gewisse faktische Zusammenhänge oder theoretische Konstrukte im Licht einer Geschichte noch mal anders zu denken.

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