Unbeschreiblich weiblich und männlich

In seiner Kolumne beschreibt Emanuel Derman auf das Thema Geschlechtsidentität bezogen zunächst ein allgemeines Problem des menschlichen Verstands: wir können nur die Dinge denken und benennen, für die wir Worte haben und Worte sind ein Gewöhnungsprozess, mithilfe dessen wir unser Erfahrungswissen aufbauen. Was wir nicht „kennen“, können wir nicht zuordnen.

Derman entwickelt interessante Schemata, anhand von Grafiken dargestellt, wie Geschlechtszuordnung aus mehreren Komponenten zusammengesetzt gedacht werden kann, und zur Variabilität von Geschlechtsbezogenheit in der Zeit. Allemal eine Herausforderung. Und: amüsant, wie verbissene Konservative in ihren Kommentaren die Erweiterung der Sicht und der Sprache als Bedrohung der Heterosexualität und als Bedrohung der Mehrheit anklagen.

Dabei geht es doch nur um eine flexiblere Sicht. Wenn es an irgendetwas zu arbeiten gilt, dann an unseren Kategorisierungen und an ihrem Instrument, der Sprache. Denn: Wir sind weit davon entfernt, ohne Angst anders sein können, wie Adorno einst als Ziel formulierte.

 

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/modelle-die-sich-schlecht-benehmen/kolumne-von-emanuel-derman-unbeschreiblich-weiblich-und-maennlich-12083925.html

 

 

Neue Formen des Schreibens

Im Artikel: „Leser, mach’s dir selbst“, von Maximilian Probst und Kilian Trotier, ZEIT, 31.01.13 werden die neuen Formen und Möglichkeiten digitaler Autorschaft thematisiert.  Nach dem Motto von Marshall McLuhan: „Das Medium ist die Botschaft“ sind mit dem e-book-Markt ganz neuen Publikationsformen entwickelt worden: das e-book kann mit sämtlichen interaktiven Elementen angereichert werden und insofern ist es nicht verwunderlich, dass nun auch die Möglichkeit, den Leser nicht nur im Leser-Kopf, sondern schon im Schreiben mit zum Autor zu machen, realisiert wird. Computervermittelte Kommunikationsformen basieren auf der Idee des kollaborativen Arbeitens und da ist es naheliegend, auch bei der Produktion von e-books mit bisher festgeschriebenen Setzungen variabel umzugehen. Was aber geschieht, wenn ein Buch nicht mehr vom Autor allein geschrieben wird, wenn es von den Lesern mit gestaltet wird, wenn es vielleicht kein fixiertes Ende mehr gibt, sondern immer wieder mit Veränderungen neu erscheint? Allemal nachdenkenswert. Ich werde den Artikel später noch mal überdenken. Vielleicht anhand von Kommentaren neu bearbeiten…

Die Autoren fragen:

„Was passiert, wenn das Medium Buch unwiderruflich in die Logik des Digitalen eintaucht? Wenn die Möglichkeiten der Vergemeinschaftung im Netz den Prozess des Bücherschreibens verändern?“

Später: Permanente Veränderbarkeit, gemessen am Leseverhalten. Wenn das zur Forderung wird, wo bleibt dann die Kunst?

„Unsere Datenanalyse zeigt, dass auf Seite 39 nach dem zweiten Absatz 24 Prozent der Leser ausgestiegen sind. Anscheinend stimmt da etwas nicht, ändern Sie doch die Passage, damit mehr Leute weiterlesen.“

http://www.zeit.de/2013/06/Internet-Buecher-schreiben

Jetzt geht’s los!

Das Semester hat begonnen und, wie angekündigt, stellt dieser Blog Informationen bereit zur Diskussion, ergänzend zum Kursprogramm „Frauenakademie“ und „Studium Generale“ des Vereins „Literatur im Fenster“ in Kooperation mit der Volkshochschule Isny.

Als erster Versuchslauf bleibt der Blog öffentlich und frei zugänglich. Wer sich bemüßigt fühlt, für das Studium Generale Programm „Philosophie“ mitzudiskutieren, kann um das zugehörige Skript anfragen, das die Grundlage bildet.

Jeden Montag wird ergänzend dazu, als gegenwartsbezogene Weiterführung der im Kurs angesprochenen Problemstellungen, hier im Blog ein Artikel aus den einschlägigen großen Wochenzeitungen zur Diskussion gestellt.

Wir wollen einladen, über dieses Medium Inhalte und Sichtweisen zu diskutieren, kollaborative Wissensgenerierung und auch den Umgang mit Web 2.0 auszuprobieren, denn jeder interessierte Mensch ist selbst aktiver Produzent seines gegenwärtigen Bildungsstands.

Im Sinne des bayrischen Studium- Generale Konzepts: mehr wissen – weiter denken.       Viel Freude dabei.

Einfach ausprobieren!

 

Weltbeziehungen im Zeitalter der Beschleunigung.

Weltbeziehungen im Zeitalter der Beschleunigung

Von Katharina Teutsch am 03.07. in der Zeit unter dem Titel “Rasten statt Rasen” veröffentlicht:

Hartmut Rosa stellt fest: »Gelingende Weltbeziehungen sind solche, in denen die Welt den handelnden Subjekten als ein antwortendes, atmendes, tragendes, in manchen Momenten sogar wohlwollendes, entgegenkommendes oder ›gütiges‹ ›Resonanzsystem‹ erscheint.« Ein Schelm, wer Psychoaktives dabei denkt.

http://www.zeit.de/2012/26/L-S-Rosa

Über Literatur im Fenster

Im Blog “Literatur im Fenster” möchte ich einladen zur Diskussion im Themenbereich “Studium Generale” in der Erwachsenenbildung. Als Ursprungsauftrag der Volkshochschulen ist die Vermittlung von Akademischem Wissen, von Allgemeinbildung, im Sinne von “Wissenschaft für Alle” zu verstehen. Nicht alle Bürger/innen können aber an Kursen in der Erwachsenenbildung teilnehmen. In einem Blog wie diesem können einzelne Themen orts-und zeitunabhängig dargestellt und diskutiert werden.

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