Was ist die Leerstelle, die nicht zu füllen ist im Leben eines Jungen aus einer Familie, in der die Eltern aus ihrem Land flüchten mussten? Die Eltern haben eine Entscheidung getroffen. Der Junge muss damit leben. Die Nicht-Zugehörigkeit wächst sich aus zu einem seelischen Unbehaustsein. Željko, genannt Jimmy, lebt mit seinen Eltern und Geschwistern in Ludwigsburg in einer Zweizimmerwohnung. Der Vater arbeitet die ganze Zeit auf irgendwelchen Baustellen in Deutschland, die Mutter putzt an mehreren Stellen – ein Klischee, aber ja, eine Realität, so stellt sich das eine Mehrheit auch vor, ohne sich Vorwürfe zu machen.
Der schlaue Junge wird in der zehnten Klasse mit einem Stempel versehen: Arbeiterkind. Er solle doch vom Gymnasium abgehen und Gärtner werden. Das könne man aus seinem Interesse für Mathematik und Biologie ablesen. Geradezu zynisch!