Anja Jonuleit: Sonnenwende

Im ersten Teil der Dilogie, „Kaiserwald“, hat Anja Jonuleit mehrere Handlungsstränge aufgemacht, in der Vergangenheit und in der Gegenwart, und die Geschichten ineinanderspielen lassen. Vermutungen zu Personenidentitäten und zu Zusammenhängen aus Vergangenheit und Gegenwart taten sich auf und machten das Warten auf den zweiten Teil spannend.
Und der zweite Teil hält, was er verspricht. In vielerlei Hinsicht ist der Roman „Sonnenwende“ Schritt für Schritt eine Auflösung der Rätsel des ersten Teils. Und wie es Anja Jonuleit immer im Schreiben unternimmt, ist die Hintergrundgeschichte eine durch und durch politische, ein politischer Skandal.

Penelope bekommt 25 Jahre nach dem Verschwinden ihrer Mutter Rebecca eine rätselhafte Nachricht. Die veranlasst sie dazu, sich einer Geldadel- und Diplomaten-Familie anzunähern, die sie mit diesem Verschwinden in Zusammenhang bringt. Und da sind diese Ökodörfer, eine Stiftung, dubiose Geldverschiebungen, denen sie nach und nach auf die Spur kommt, um am Ende selbst beinahe Opfer von Anhängern einer demokratiefeindlichen Gesinnung zu werden. Spannend und mit unerwarteten Überraschungen bis zum Schluss, öffnet Anja Jonuleit hier ein ganz dunkles Kapitel der deutschen Gegenwart.

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Anja Jonuleit: Kaiserwald


Anja Jonuleit kenne ich in ganz anderen Zusammenhängen, aus den historisch belegten Geschichten um die Colonia Dignidad, die sie in „Rabenfrauen“ beschrieben hat. Die Art und Weise, wie sie eine Geschichte zusammensetzt und in mehreren Stimmen gestaltet, ist dieselbe wie hier in einem fiktiven Familiendramakrimi. Es liest sich gut, ist spannend aufgebaut und fügt auf raffinierte Art und Weise verschiedene Elemente aus Gegenwart und Vergangenheit ganz allmählich zusammen.
Eine der Hauptprotagonistinnen, Rebecca, Lehrerin in Riga, verliebt sich 1997 in den Vater einer Schülerin. Nicht lange danach verschwindet sie spurlos. Ihre Tochter Penelope lebt fortan bei den Großeltern und gibt den Glauben nicht auf, dass ihre Mutter noch lebt. Mathilda, Ex-Gebirgsjägerin macht einen parallelen Erzählstrang auf, von dem nicht ganz klar ist, wie er mit der tragischen Familiengeschichte verwoben sein könnte. Ihr Anliegen ist, den Machenschaften einer Familie des Geldadels auf die Spur zu kommen. Dabei entspinnt sich eine verrückte Liebesgeschichte.
Erzählt wird aus drei verschiedenen Perspektiven und drei Zeiten. Auf diese Art und Weise entsteht ein spannendes Puzzle, das immer andeutungsweise auf die Abgründe der menschlichen Seele hindeutet.

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