Günter Herburger: Wildnis singend

Zum Tag der Indie-Verlage aus dem kleinen Berliner Verlag HANANI.

„Wildnis singend“ ist ein Buch voller Kollisionen. Bolivianischer Schamanismus in der Allgäulandschaft, virtuose Idee, passt irgendwie und gibt der Geschichte zuerst einmal einen märchenhaften Anstrich. Ricarda, im Allgäu geboren, als Kind mit der Familie nach Südamerika ausgewandert, plumpst nach 50 Jahren in die paradiesisch gestaltete – heißt hier eher in einen ursprünglichen Zustand zurückgebaute – Allgäulandschaft. Das Aussteigerpaar der „Athlet“ und die „Madonna“ leben nach dem Motto „Je weniger wir tun, desto besser.“ Im ersten Teil beeindruckt die Geschichte durch eine unbeschreiblich kunstvolle poetische Sprache. Doch auch hier offenbart sich bald eine große Kollision: die Poesie des ersten Teils vermag die brutale Realität nicht zu gestalten. Sie prallt auf eine Realität, der auch in der Sprache nur mit Wortgewalt beizukommen ist. Aus artistischen Höhen führt die Geschichte in die unterirdischen Tiefen der psychischen Beschädigungen.

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