Heinrich von Kleist: Michael Kohlhaas

Brandaktuell: Die Rolle des Einzelnen gegen eine korrupte Gesellschaft, Gerechtigkeitsterrorismus und Selbstjustiz und die große Diskussion um das Widerstandsrecht gegen die vorherrschende Politik! Das macht einen Klassiker aus, dass er uns über die Zeit hinweg etwas zu sagen hat.

Eigentlich Gründe genug, um den alten Kohlhaas mal wieder auszupacken. Auf ihn gekommen bin ich aber ganz anders: über Dagmar Leupolds Roman „Die Helligkeit der Nacht“, in dem der verstorbene Heinrich von Kleist einen Briefwechsel mit Ulrike Meinhof phantasiert. Aber dazu an anderer Stelle mehr.

1802 erschien der „Michael Kohlhaas“ in einer Zeit, da die Versprechungen und Hoffnungen der französischen Revolution noch frisch, wenn auch schon enttäuscht waren. Kleist ist mit seinen Schriften bekannt dafür – man könnte sagen, im Sinne Jean Jacques Rousseaus – Kritik zu üben an der Gesellschaft, von der humanen Seite aus. Oftmals verkleidet er seine Kritik in Parabeln oder in Übertragungen auf historischen Stoff, wie z.B. bei der „Penthesilea“, oder eben auch dem „Michael Kohlhaas“, der zurückgeht auf einen überlieferten Fall aus dem 16. Jahrhundert.13605854045_0d7209a443_o

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·  Title Michael Kohlhaas 4 · Creator Eye Steel Film · License Original source via Flickr

 

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Susan Sontag: „Ich schreibe, um herauszufinden, was ich denke.“

Zwischen klassischer und moderner Literatur habe ich mir mal wieder Tagebücher als Lektüre gewählt. Und mich im Nachhinein gefragt: Warum? Es war genau dieses Zitat, das den Untertitel gibt und das mich getroffen hat. Und für mich selbst gibt es noch eine Ergänzung: „Ich lese, um herauszufinden, was ich denke.“

Es ist eine unstillbare Neugierde, auf immer wieder neue, noch einmal ganz andere Facetten anderer Leben. Natürlich, ich habe auch immer ein bisschen das Gefühl, mich eines gewissen Voyeurismus schuldig zu machen. Kafka hätte nie gewollt, dass Max Brod seine Tagebücher herausgibt. Aber für mich war diese Lektüre in jungen Jahren wie eine intellektuelle Erweckung. Nun also Susan Sontag, herausgegeben von ihrem Sohn David Rieff. Bekannt ist sie mir aus dem Studium mit dem provozierenden Aufsatz „Against Interpretation“.

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